Original paper

Zur Geologie des Müsener Horstes.

Denckmann, A.

Kurzfassung

Durch die im Juli und im Oktober 1904 von mir ausgeführten Untersuchungen war stratigraphisch-tektonisch der Beweis geführt worden, daß die Fortsetzung des Spateisensteinganges, der in der geologisch-bergmännischen Literatur als ,Stahlberger Stock" bekannt ist, im Hangenden der ihn abschneidenden ,Stuff"-Verwerfung nördlich zu suchen sei. Es ist bekannt, daß die in diesem Sinne betriebenen Versuchsarbeiten der 304 m-Sohle der Grube Stahlberg schon im folgenden Jahre (1905) ein annehmbares praktisches Ergebnis gebracht haben, indem der Querschlag, der die Stuff-Verwerfung nach NNO im Streichen verfolgte, schon bei 143 m Länge einen Spateisensteingang erreichte, der aus mehreren Rücksichten als tatsächliche Fortsetzung des Stahlberger Stockes gelten könnte, nämlich erstens wegen der Art seines Streichens und Fallens, zweitens wegen der grobspangeligen Natur des in ihm aufgeschlossenen Spateisensteins, drittens wegen der großen Mächtigkeit der auf ihm zunächst angehauenen. Spateisensteintrümmer, die bis über 20 m betrug, viertens weil der im Hangenden des Stuffes aufgeschlossene Gang den Gesteinswechsel südlich gelegener Gedinnien-Gesteine gegen nördlich gelegene Gesteine der Siegener Schichten bildet, analog der Rolle, die der alte Stock auf der Kniggelweger, der Müsener und der Ernsdorfer Stollensohle gespielt hatte. Ein definitives Resultat hinsichtlich der Beurteilung der gesamten Lagerungsverhältnisse des Stahlberger Gebietes konnte ich namentlich aus dem Grunde bei den ersten Untersuchungen nicht erzielen, weil es an einer topographischen Unterlage für die genaue Beobachtung und Eintragung der außerordentlich verwickelten Lagerungsverhältnisse der am Ausgehenden beobachteten Sedimente fehlte. Auch verschiedene in der Zwischenzeit angestellte Versuche, mit Hilfe der alten Katasterkarte das Gebiet geologisch zu kartieren, scheiterten an der Unzulänglichkeit der alten Karte.