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Die tektonischen Schichtenstörungen auf Rügen.

Wahnschaffe

Kurzfassung

In der Sitzung unserer Gesellschaft vom 2. November 1910 sprach Herr Jaekel über ein diluviales Bruchsystem in Norddeutschland, wobei er besonders auf die Störungen an der Steilküste von Rügen zwischen Saßnitz und Stubbenkammer näher einging. Dieser Vortrag ist jetzt in erweiterter Form in diesen Monatsberichten 1910, Nr. 11 erschienen, und es ist dabei auch die vorhandene Literatur angeführt worden. Der Umstand nun, daß Herr Jaekel meine Ansichten über die Störungen in der Rügenschen Kreide in unrichtiger Weise zur Darstellung bringt, nötigt mich, seine Ausführungen richtigzustellen. Herr Jaekel schreibt S. 605 bezüglich der Störungen auf Rügen: ,Ein Teil der Autoren, wie v. Hagenow, Boll, v. Koenen, Rud. und Herm. Credner nahmen im wesentlichen tektonische Ursachen zur Erklärung der Störungen an, während diese von Johnstrup, Berendt, Wahnschaffe, Geikie, Philippi und anderen wesentlich auf den Eisdruck zurückgeführt werden, oder noch andere, wie Cohen, Deecke, Baltzer, für eine Kombination beider Faktoren eintraten." Ferner heißt es S. 614: ,Ich habe den Eindruck, daß die hier vorgetragenen Anschauungen, die sich mit den Spezialbeobachtungen so vieler hervorragender Geologen decken, längst Gemeingut der norddeutschen Geologie wären, wenn nicht zufällig die klarsten Profile in Rügen gerade zuletzt durch E. Philippi ganz als Eisdruckwirkungen gedeutet worden wären, und wenn nicht der maßgebende Geologe Norddeutschlands, Fel. Wahnschaffe, in seiner Geologie unseres Flachlandes in allen diesbezüglichen Streitfragen die Entscheidung von den tektonischen Problemen auf die Frage des Eisdruckes abgelenkt hätte." ...