Original paper

Hohe Strandlinien auf Bornholm.

Kranz, W.

Kurzfassung

Angeregt vor allem durch die klaren Ausführungen von G. Braun über die Morphologie von Bornholm, habe ich auf Exkursionen durch die Insel im Juli 1910 neues Material über die seit langem bekannten Schwankungen des Meeresniveaus an den Küsten dieser Insel zu sammeln und die älteren Angaben zu prüfen gesucht. I. Lage und Höhe von Strandlinien: Aus eigener Anschauung ist mir von der Nordküste etwa 3/4 bekannt, von Sandwig bis Randklöve Skaar (vgl. die Textskizze). Darüber berichtet Forchhammer: ,In einer Höhe von ungefähr 40 Fuß (= 12,5 m) über dem jetzigen Meeresspiegel zeigt sich zwischen Allinge und Nexö, überall wo eine kleine Bucht Raum dazu gewährt, folgendes: Der innerste Teil der Bucht, dessen Boden ebenfalls 40 Fuß über dem Meeresspiegel liegt, wird meistenteils von einem kleinen Torfmoor eingenommen; darauf kommt nach dem Meere zu, parallellaufend mit der Küste, ein richtiger Strandwall von erheblicher Breite, der in einem Winkel von 15° zur See abfällt. Der Wall ist ungefähr 10 Fuß hoch und liegt auf einer horizontalen, etwa 160 Fuß (= 50 m) breiten Fläche, die ebenfalls dem Strande parallel läuft und ganz aus Strandsteinen besteht. Darauf eine rund 100 Fuß (= 30 m) breite, unter einem Winkel von 9°-10° geneigte Fläche und zuletzt der jetzige Strandwall mit gern Winkel von 12°-13°." Ungefähr übereinstimmend mit diesen Angaben soll nach Munthe das Meer früher an der Nordküste um ungefähr 17 m, zwischen Gudhjem und Svaneke um 15,5 m, zwischen Svaneke und Nexö um 15 m höher gestanden haben. Ich fand zwischen Sandvig und Randklöve Skaar sowie zwischen Lerskred Batteri und Nexö nicht eine einzige Stelle, welche zu den Angaben von Forchhammer und Munthe paßt, und muß daher bezweifeln, daß sie für da, Zwischenstück Randklöve Skaar-Lerskred Batteri zutreffen, um so mehr als nach Rördam bei ,Fraennemark" südlich von Svaneke an der Ostküste die Krone eines Strandwalles nur rund 7,5 m ü. M hegt, eine dahinter gelegene Senke etwa 4,7 m ü. M. ...