Original paper

Über den Obsidian von Lóu, Admiralitäts-Inseln.

Wichmann, Arthur

Kurzfassung

In der soeben veröffentlichten Beschreibung des Obsidians von Lóu [St. George-Insel] wird dieses Vorkommen von O. Tutzer als neu bezeichnet, und ist der Sammler dieses Gesteines, O. Pilz, der Meinung, daß er der erste Europoäer gewesen sei, der dieses Eiland betreten habe. Beide Angaben sind unzutreffend. Bereits vor einem Vierteljahrhundert teilte N. von Miklucho Maclay mit, daß die Bewohner der Großen Admiralitäts-Insel den Obsidian von Lóu holten, um daraus Waffen und Werkzeuge anzufertigen. Mit Bezug hierauf besitzt das Vorkommen eine große Bedeutung da das Material in ferne Gegenden verschleppt wird^. Die Insel ist denn auch, wie R. Parkinson mitteilt, von zahlreichen, tief in den Boden gehenden Schächten bedeckt. Im Jahre 1899 wurde Lóu von G. Thilenius besucht, der außer dem weit verbreiteten Obsidian, und zwar unter diesem liegend, Mikrogranit auffand. Seine Ansicht, daß der Obsidian von diesem durchbrochen worden sei, wird schwerlich aufrecht zu erhalten sein. Außerdem erwähnt Thilenius noch toniges Roteisenerz und Pyrolusit. Der zweite europäische Besucher war P. Parkinson, der das Eiland 1904 betrat und Gelegenheit hatte, die Herstellung der Obsidianklingen zu beobachten. Nebenbei möge erwähnt werden, daß ein weiteres Vorkommen dieses Gesteines auf dem in der Nähe liegenden, zu den Maitland-Inseln gehörenden Pom Lin [Klein-Pom] bekannt ist. R. von Benningsen und H. Schnee fanden bei ihrem Besuche am 24. Januar 1900 große Stücke von Obsidian, der ebenfalls verarbeitet wird. Parkinson, der die Insel Poam nennt, bestätigte diese Angabe. Ein dritter Fundort befindet sich nach Thilenius auf der St. Patrick-Insel, also Baluan und nicht Mok. ...