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Glaziale Bodenformen westlich von Kupferberg im Riesengebirge.

Berg, G.

Kurzfassung

Das nordische Inlandeis hat bis in das Bobertal bei Kupferberg an zwei verschiedenen Stellen hineingeragt, erstens bei Rudelstadt und zweitens bei Seiffersdorf. An beiden Stellen findet sich echter Geschiebelehm mit reichlich vertretenem nordischen Material. Dennoch haben die beiden Geschiebelehmvorkommen sicher nie miteinander zusammengehangen. Die Rudelstädter Grundmoräne setzt sich nach Norden durch den Paß von Streckenbach ins Kauffunger (Katzbach-) Tal gegen Schönau fort. Von ihrer Entstehung durch eine Inlandeiszunge (der Name Gletscher wäre für einen talaufwärtsstrebenden Eisstrom nicht angebracht), die sich auf solchem Wege ins Gebirge hineinerstreckte, spricht das reichliche Vorkommen von Gesteinen des Rotliegenden unter den Geschieben. Vor allem wurde der höchst bezeichnende, in der Bolkenhain-Schönauer Gegend weitverbreitete Pisolithtuff gefunden. Der Geschiebelehm von Seiffersdorf hängt mit der großen Grundmoräne des Hirschberger Talkessels zusammen und bildet dessen äußerste Ostecke. In dem tiefen Erosionstale des Bobers zwischen Rudelstadt und Jannowitz fehlen alle Spuren einer ehemaligen Vereisung, doch zeigen sich mehrere interessante Terrassensysteme. Die Reste einer Oberterrasse finden sich an den Talwänden in ungefähr 25 m Höhe. Diese Terrasse breitet sich bei Jannowitz zu einer weiten Hochebene aus, welche ganz allmählich in die Fläche der Grundmoräne übergeht. Die Schotter dieser Terrasse, die außerhalb des Geschiebelehmes auf dem Granit und weiter östlich auf den Schiefern liegen, bedecken im Vereisungsgebiet die Grundmoräne in 1-2 m Mächtigkeit. Offenbar liegt hier eine Überstreuung der Moräne beim Rückzug des Eises und eine Ausweitung des Talstückes zwischen den beiden Inlandeiszungen während der Abschmelzperiode vor. Dicht hinter dem Schlosse Jannowitz erhebt sich über diese beschotterte Erosionsterrasse noch eine 12 m hohe Akkumulationsterrasse. Sie findet ihr Analogon in einem Zuge von Sandhügeln südöstlich von Seiffersdorf. Wahrscheinlich bezeichnen diese hohen Aufschüttungen wohlgerundeter Schotter und Sande die Grenze der äußersten Eisausbreitung. ...