Original paper

Über eine Lavahöhle in Mexico.

Haarmann, Erich

Kurzfassung

Im Staate Puebla, auf Blatt 19-II-(F) der Karte 1 : 100 000 der Republik Mexico liegt am Nordfuße des Cerro Tzinacamostla eine etwa 500 m lange, bis 15 m hohe und bis 10 m breite Höhle in Lava, die Tzinacamostoc-Höhle. Der Eingang zur Höhle liegt unmittelbar beim Ranchito Tzinacamostoc. Von hier hat die Höhle in etwa 170 m Länge südliche Richtung. Nicht weit vom Eingang finden sich in der Höhlendecke zwei runde Öffnungen von mehreren Metern Durchmesser. Dieser Teil der Höhle ist gut zu passieren, da seine Sohle mit Alluvionen bedeckt ist. An seinem Ende hat man die Höhle vermauert, um die zeitweise durch die Höhle fließenden Wasser aufzufangen. Natürlich sickert das Wasser durch die Alluvionen und die Lava, so daß nur nach starken Regengüssen dieser Teil der Höhle etwas Wasser enthalten mag. Um zu dem hinter der Mauer gelegenen Teil der Höhle zu gelangen, muß man zum Eingang zurück und dann über das Lavafeld bis zu einer Öffnung in der Höhlendecke gehen. Durch diese gelangt man in die Höhle und kommt in nordwestlicher Richtung nach etwa 190 m an die Mauer. Zahlreiche herabgefallene Lavablöcke erschweren hier die Begehung. Der letzte Teil der Höhle ist von der erwähnten Öffnung in der Decke nach Südwesten gerichtet. Ein weiteres Vordringen wird schließlich dadurch unmöglich, daß die Firste der Höhle nahe auf die Sohle herabkommt. Die Entstehung der Höhle erkläre ich dadurch, daß der, wahrscheinlich vom Cerro de Pizarro kommende, mehrere Kilometer breite Lavastrom an der Stelle der heutigen Höhle einen Fluß antraf. Dort, wo die flüssige Lava mit dem Wasser in Berührung kam, granulierte sie; dabei bildeten sich Gase, welche den oberen Teil der Lavadecke aufwölbten. An einigen Stellen, wo die Lavadecke am dünnsten war, suchten die Gase Ausweg ins Freie. ...