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Das geologische Alter der Holzreste von König-Karls-Land (und der oberjurassischen Flora der Arktis überhaupt),

Gothan, W.

Kurzfassung

In einer neu erschienenen Arbeit äußert sich C. Burckhardt auch über die ,angeblich jurassischen Hölzer von König-Karls-Land" (Neuere Untersuchungen über Kreide und Jura in Mexiko. Zentralbl. Min. 1910, Nr. 19 u. 20, Fußnote am Schluß von S. 667, 16. Sept.), die ich in einer vor einigen Jahren erschienenen Arbeit einer genauen Untersuchung unterzogen habe (vgl. W. Gothan: Die fossilen Hölzer von König-Karls-Land. Kungl. Vet.-Ak. Handl. 42, Nr. 10, 1907). Bei der Wichtigkeit dieser Frage, mit der ja die daraus gezogenen Folgerungen für die Klimatologie und Pflanzengeographie dieser Perioden auf das engste zusammenhängen, erscheint mir eine Erwiderung nicht zu umgehen. Burckhardt gibt an, daß das jurassische Alter der Basalte von König-Karls-Land, ,mit welchem die betreffenden, nach Nathorst lose als Geschiebe gefundenen Hölzer in Verbindung stehen sollen", zweifelhaft (nach ihm tertiär) ist. Damit wäre aber auch das geologische Alter anderer arktischer Pflanzenreste, die sonst als oberjurassisch bezeichnet wurden, in Zweifel gezogen, und zwar kommen hier keineswegs bloß die genannten Holzreste, sondern auch die Abdrücke, die sich an der Festung und Advent-Bay auf Spitzbergen, ferner auf Franz-Josefs-Land auf König-Karls-Land und schließlich auch auf der Insel Kotelny der Neusibirischen Inseln finden, in Betracht, die der ganzen Sachlage nach als ungefähr gleichaltrig (bzw. wenig älter) mit den König-Karls-Land-Stämmen anzusehen sind. Die Annahme, daß es sich nicht um tertiäre Hölzer und Reste handelt, läßt sich sehr leicht und am bequemsten rechtfertigen, wenn wir von den Spitzbergener Verhältnissen ausgehen. Ganz vor kurzem hat Nathorst (als Separat dem Geologen-Kongresse in Stockholm im August vorgelegt, dann im Geol. Fören. Förhandl., Nov. 1910) die Ergebnisse der Untersuchung der tierischen Fossilien aus diesen Schichten durch J. F. Pompeckj bekanntgemacht, wonach sich ergeben hat, daß es sich zunächst bei den betreffenden Spitzbergener Ablagerungen um Horizonte handelt, die die Schichten vom Portland bis zum Albien (exklusive) umfassen können, jüngere sind ausgeschlossen. ...