Original paper

Über eine Unterkoblenzfauna mit Palaeosolen costatus Sdbg. bei Weipoltshausen.

Herrmann, F.

Kurzfassung

In der Dissertation von K. Walther über das Unterdevon zwischen Marburg und Herborn (N. Jahrb. f. Min. 1903, Beil.-Bd. Xvii) ist ein Fossilvorkommen von Rolshausen-Altenvers beschrieben worden, das frageweise zum Singhofener Horizont gestellt wurde. Auf Grund neuer Funde sind wir jetzt imstande, die Zweifel über das Alter dieser Fauna zu beseitigen. Am Stoßberg bei Weipoltshausen im hessischen Hinterland fand sich in einem kleinen Steinbruch eine der Waltherschen entsprechende Fauna, die so bemerkenswerte Beziehungen zu den bekannten Porphyroiden vom Weißen Stein bei Singhofen und anderen Unterkoblenzvorkommen bietet, daß sie vielleicht geeignet sein dürfte, zur Klärung der immer noch strittigen Frage über das Alter der betr. Porphyroide beizutragen. Das Vorkommen gehört einer mächtigen, sehr steil nach Südosten einfallenden unterdevonischen Schichtenfolge an, die anscheinend im Nordwesten auf silurischen Schiefern und Grauwacken auflagert. Die hier in Frage kommenden Unterkoblenzgesteine bestehen im wesentlichen aus harten, glimmerreichen, hellen Sandsteinen. Ihnen ist die fossilführende Schicht eingelagert. Sie ist nur etwa einen halben Meter mächtig (die ganz reichen Lagen beschränken sich auf eine zollbreite Schicht) und besteht, ihrem Fossilreichtum entsprechend, aus kalkig-bituminösen und daher dunklen, glimmerreichen Sandsteinen. Zu Tage oder an Klüften sind diese Sandsteine oft in einen schwarzbraunen, mangan- und eisenhaltigen Mulm übergegangen. Überlagert wird das Unterkoblenz im Südosten von normalen Oberkoblenzschichten, die an ihrer oberen Grenze unter allmählicher Einschaltung immer zahlreicherer sandigkalkiger und schiefriger Bänkchen in die mitteldevonischen Tentaculitenschiefer übergehen, die in der weiteren Umgebung durchweg ziemlich kalkreich zu sein pflegen. ...