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Interessante Konglomeratgerölle im Culm des östlichen Riesengebirges

Berg, G.

Kurzfassung

Die Culmformation besteht, wie in der ganzen mittelsudetischen Mulde, so auch in deren Westflügel am Ostabhange des Riesengebirges zum größten Teil aus groben Konglomeraten. Verfasser hatte in den letzten Jahren Gelegenheit, die Culmschichten sowohl als die angrenzenden Schiefergebiete, auf denen das Culm auflagert, genau zu durchforschen. Es stellte sich dabei heraus, daß das ganze Material der Culmsedimente aus dem angrenzenden Schiefergebiete stammt, so daß ein Kenner des Schiefergebietes von etwa 95 Proz. der vorkommenden Gerölle ohne Schwierigkeit den Herkunftsort ungefähr anzugeben vermag. Bei der Kartierung des Culmgebietes wurde daher ein scharfes Augenmerk auf die Natur der Gerölle gerichtet, konnte man doch hoffen, unter den Geröllen auch solche Gesteine des Schiefergebirges zu finden, die wohl zur Culmzeit, aber nicht mehr zur Jetztzeit Erdoberfläche bildeten. Kurz, die Beobachtung der Culmgerölle bot eine wertvolle Ergänzung der Studien über Art und Entstehung der angrenzenden krystallinen Schiefer. Das krystalline Schiefergebiet besteht im Westen aus Phylliten, Glimmerschiefern und kurzschuppigen Paragneisen, im Osten aus Amphiboliten, die durch metamorphe Umwandlung von Diabasen und Diabastuffen entstanden sind. Intrusiv lagern dazwischen Orthogneise, im Westen mit Biotit und vorwaltendem Orthoklas, im Osten mit Hornblende und vorwaltendem Plagioklas. Unter den Gesteinen, die sich im Culmkonglomerat vorfanden, und die, obwohl sie neue Typen darstellen, sich dennoch ihrer Natur nach dem Charakter des Schiefergebietes gut einfügen, sind vor allem Geröll führende Glimmerschiefer zu erwähnen. Diese hochinteressanten Gesteine sind noch wesentlich hoher metamorph als die Konglomeratgneise von Obermittweida in Sachsen. ...