Original paper

Wellenfurchen im linksrheinischen Unterdevon

Krause, Paul Gustaf

Kurzfassung

In der Februar-Sitzung unserer Gesellschaft hat Herr Henke einen Vortrag über die Wirkungen des Gebirgsdruckes im Rheinischen Schiefergebirge gehalten. Er vertrat hierbei den Standpunkt, daß die sog. ripple marks im Devon, wenigstens soweit er sie kenne, keine Wellenfurchen, sondern Erzeugnisse von Schieferung und Gebirgsdruck seien. In der Diskussion nahm ich daher Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die echten Wellenfurchen jedenfalls auch rechtsrheinisch häufig vorhanden wären, da man sie im linksrheinischen Gebiet durchaus nicht selten beobachten könne. Ich hob namentlich das untere Ahrtal hervor, in dem eine ganze Reihe großer schöner Aufschlüsse diese Erscheinungen sehr klar zeigt. Damals führte ich auch schon kurz dieselben Gründe für die Auffassung der genannten Gebilde als echte Wellenfurchen an, die ich Ihnen heute ausführlicher und unter Beifügung von Belegmaterial an Gesteinsplatten und Photographien vortragen möchte. Es schien mir das dortige Beobachtungsmaterial so selbstverständlich überzeugend und jede andere Deutung ausschließend, daß ich s. Z. nur in meinem Tagebuche davon Vermerk genommen hatte. Bevor ich aber heute die Gründe für meine Auffassung auseinandersetze, will ich erst noch darauf hinweisen, daß in der Literatur bereits mehrfach die Natur der Wellenfurchen als solcher im Devon des Rheinischen Schiefergebirges vertreten worden ist. Ich will u. a. nur von Decken, Mohr, Frech, Denckmann und Kayser nennen. Das untere und auch das mittlere Ahrtal läßt, verglichen mit dem tieferen rechtsrheinischen Unterdevon, einen verhältnismäßig ruhigen großzügigen Faltenbau in einer ganzen Reihe großartiger Profile erkennen. Es handelt sich im wesentlichen immer um den gleichen Bau, wie ihn beispielsweise der Rupenberg (Blatt Höningen) zeigt. ...