Original paper

Zur Geologie Uruguays.

Guillemain, C.

Kurzfassung

Während einer siebenmonatlichen Bereisung der Republik Uruguay erhielt ich einen Einblick in den geologischen Aufbau dieses Landes. Im folgenden soll kurz darüber berichtet werden. Seit den Untersuchungen Chr. S. Weiss', Darwins und Burmeisters sind keinerlei Untersuchungen jener Gegend bekannt geworden. Einer späteren Abandlung mögen Einzelheiten vorbehalten bleiben. Bezüglich der geographischen Daten kann auf eine diesbezügliche, gleichzeitig erscheinende Abhandlung in Petermanns Mitteilungen verwiesen werden. Im wesentlichen sind nur zwei Formationsreihen verbreitet. Der Süden, Südosten und ein breiter etwa SSO-NNW verlaufender Streifen des Landes sind von einer Folge von Gneisen, Glimmerschiefern und metamorphen Schiefern bedeckt. Den übrigen Teil erfüllen sedimentäre Schichten, die sich aus Sandsteinen, sandigen Tonen, Sandsteinschiefern, Tonschiefern und dolomitischen Kalken zusammensetzen. Beide Formationsreihen sind vielfach überdeckt von den Schichten der Pampasformation. In den alten großen Flußtälern und an der Atlantischen Küste tritt hierzu noch in größerem Umfange Jungalluvium. Auf das schärfste getrennt sind die beiden Hauptformationsreihen durch die einzige vorhandene deutliche Diskordanz. Während die Glieder der ersten Reihe steil, meist 70 bis 80°, aufgerichtet sind, mit dem Generalstreichen NNW-SSO, fallen die der zweiten Reihe zumeist flach mit etwa 5-8° nach NO ein und zeigen ein Generalstreichen von NW-SO. Die Gneise sind vielfach Biotitgneise des gewöhnlichen Typs. Aber auch Hornblendegneise sind sehr verbreitet, ebenso Granulite. Sehr häufig sind quarzreiche Einlagerungen, die zum Teil mit Magnetit dicht durchsprengt sind wie am Cerro Valentin und Cerro Mulero unweit Niw Perez (Treinta y Tres). An einzelnen Stellen häufen sich diese Einsprengungen, an anderen treten zu dem Magnetit reiche Manganerze (Lagerstätte des Cerro Papageio und Cerro Iman bei Zapucay unweit Corrales im Departemente Rivera). ...