Original paper

Über die Glazialschichten cambrischen Alters in Südaustralien,

Howchin, W.

Kurzfassung

Vor einiger Zeit erschien in dieser Zeitschrift ein Aufsatz des Herrn H. Basedow unter dem scheinbar anspruchslosen Titel: Beiträge zur Kenntnis der Geologie Australiens. Viele, man möchte beinahe sagen die meisten, der darin entwickelten Ansichten werden von der Mehrzahl der australischen Geologen nicht geteilt. Herr Noetling hat bereits auf einige der Irrtümer in bezug auf die Geologie Tasmaniens, die sich in dieser Arbeit befinden, hingewiesen. An dieser Stelle möchte ich nur eine Frage eingehender besprechen, nämlich die der cambrischen Glazialzeit. Herr Basedow weicht in dieser Frage von der überwiegenden Mehrzahl der australischen Geologen insofern ab, daß er diese Schichten ,pseudoglazial" nennt und ihren merkwürdigen Habitus auf tektonische Ursachen zurückführt. Es ist mit einigem Widerstreben, daß ich mich an die Aufgabe mache, die unrichtigen Darstellungen des Herrn Basedow zu widerlegen, denn die Arbeiten, die bereits über dieses Problem veröffentlicht wurden, sind an sich schon eine Widerlegung der Ansichten des Herrn Basedow; allein da mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß die australische Literatur, namentlich in Deutschland, nicht jedermann zugänglich ist, so sei es mir gestattet, einige der Tatsachen in kurzer Form noch einmal hervorzuheben. Daß dabei Wiederholungen aus meinen früheren Arbeiten mit unterlaufen, ist natürlich unvermeidlich. 1. Der lithologische Habitus. Der glaziale Habitus der betreffenden Schichten ist unverkennbar und stimmt vollständig mit dem anderer Glazialschichten überein. Die durchschnittliche Mächtigkeit beträgt in Südaustralien etwa 1500 engl. Fuß, und der größte Teil der Gesamtserie wird von ungeschichtetem Blocklehm (boulderclay, tillite) eingenommen. Dieser Blocklehm enthält vielfach Einlagerungen von grobem Kies, und die einzelnen Geschiebe sind öfters von bedeutender Größe. So sind z. B. Geschiebe von 10 engl. Fuß Durchmesser durchaus nicht selten. Wie in allen typischen Blocklehmen so sind auch in diesem die Geschiebe regellos verteilt. ...