Original paper

Hebung oder Senkung beim Rheinischen Schiefergebirge?

Kranz, W.

Kurzfassung

III: Durch weitere Literaturstudien sowie auf der Rheintalexkursion der Geologischen Vereinigung vom 6.-10. September 1910 hatte ich Gelegenheit, die Frage zu verfolgen, ob beim Rheinischen Schiefergebirge Hebung zur Erklärung seiner Entstehungsgeschichte angenommen werden muß Besonders der liebenswürdigen Führung des Exkursionsleiters, Herrn Dr. C. Mordziol, und seinen vielen Mitteilungen vor und nach der Reise verdanke ich einen großen Teil des im folgenden niedergelegten Tatsachenmaterials, wofür an dieser Stelle nochmals mein verbindlichster Dank ausgesprochen sei. Hinsichtlich der geologischen Grundlagen der jungtertiären und diluvialen Entwicklungsgeschichte des Rheinischen Schiefergebirges folge ich im allgemeinen der Literaturzusammenstellung von Mordziol. Es liegt mir fern, hiermit in den schwebenden Streitfragen Partei ergreifen zu wollen, denn dazu fehlen mir in den meisten Fällen die erforderlichen speziellen paläontologischen und stratigraphischen Studien; im allgemeinen bleiben diese Streitfragen auch ohne ausschlaggebenden Einfluß auf die Frage, ob beim Rheinischen Schiefergebirge Hebung vorliegt. Nach eigener Kenntnis der Verhältnisse weiche ich nur insofern absichtlich und wesentlich von der bisher geltenden Ansicht ab, als m. E. zum mindesten ein Teil der Eruptionen und vor allem die ,hangenden Tertiärschichten" im Siebengebirge höchstwahrscheinlich jünger als untermiocän sind, während sie nach Fliegel, der sich am eingehendsten mit der miocänen Braunkohlenformation beschäftigt hat, noch in das Untermiocän gestellt bzw. als Basis des Miocäns angesehen werden. Denn in den quarzigen liegenden Schichten des Siebengebirges fand sich das leitende lichtgraue Kieselgestein der Vallendarer Stufe, abgesehen von der in die Augen fallenden Ähnlichkeit beider Bildungen, wovon man sich z. B. durch einen Besuch der Quarz- und Tongruben im Siebengebirge und bei Vallendar überzeugen kann. ...