Original paper

Die genetischen Verhältnisse der Kupfererzvorkommen von Otavi.

Krusch, P.

Kurzfassung

Im letzten Jahrzehnt haben die Lagerstättengeologen und Bergleute nur zwei neue Kupfervorkommen von Bedeutung aufgefunden, nämlich Otavi in Deutsch-Südwestafrika und Katanga im südlichen Kongostaat. Beide Lagerstätten fallen durch den hohen Gehalt ihrer Erze auf. Obgleich auf beiden Vorkommen ausgedehnte Aufschlußarbeiten vorhanden sind, war die Genesis beider bisher unklar, da infolge der Eigenart der Vorkommen nicht die Untersuchung an Ort und Stelle genügt, sondern vor allen Dingen das Mikroskop zu Hilfe genommen werden muß. Während bei Katanga das zur Verfügung stehende Material noch nicht ausreicht, um eine Entscheidung über die Genesis zu fällen, glaube ich jetzt bei Otavi die genetischen Verhältnisse wenigstens in großen Zügen klarstellen zu können. Geologische Position: Otavi liegt im Norden des Hererolandes (Textfig. 1). Die Kupferlagerstätten sind den Eingeborenen mutmaßlich seit Generationen vor der Ankunft der ersten Weißen bekannt gewesen und scheinen früher von den Ovambos zur Herstellung von Arm- und Fußspangen ausgebeutet worden zu sein. Wagner vermutet, daß man damals die Erze nicht an Ort und Stelle verschmolzen hat, sondern 130 engl. Meilen bis Odonga transportierte. Die Europäer wurden auf die Kupfervorkommen der Otavikette zuerst im Jahre 1852 durch Sir Francis Galton aufmerksam, der eine Reise von der Walfischbay in das Ovamboland schildert. Im Jahre 1901 untersuchte nach Maucher eine Expedition unter dem Ingenieur Christoffer James die Lagerstätte nochmals, nachdem im Jahre 1892 von dem Bergingenieur Martin Rogas die Abbauwürdigkeit festgestellt und vier Schürfschächte niedergebracht waren. James stellte erneut die Bauwürdigkeit fest. Seit 1905 findet regelmäßiger Abbau von den Schächten die Rogas und James abteuften, statt. Hierzu kam ein im Hangenden der Lagerstätte niedergebrachter neuer Hauptförderschacht. Der Westschacht wurde weiter abgeteuft und hier neue Abbausohlen angelegt. ...