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Geologische Exkursionen auf der Insel Leukas (Santa Maura) [Exkursicusbericht]

Renz, Carl

Kurzfassung

Leukas, ein Glied der Ionischen Gebirgszone, zeigt die gleiche Zusammensetzung wie seine Schwesterinseln, Korfu und Ithaka, und ist ein nur äußerlich losgelöstes Stuck des akarnanischen Festlandes. Während Leukas früher die am wenigsten bekannte Insel des Ionischen Archipels war, ist dies heute infolge des archäclogischen Interesses, das sich an diese Insel knüpft, anders geworden. Nach den genialen Theorien und inzwischen von reichen Erfolgen begleiteten Untersuchungen von W. Dörpfeld macht Leukas dem heutigen Ithaka den Rang als Heimat des Odysseus streitig. Ebenso bietet Leukas auch für unsere Wissenschaft, wie die bisherigen Ergebnisse meiner noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen zeigen, ein lohnendes Arbeitsfeld. In stratigraphischer Hinsicht schließt es sich den übrigen Gebieten der Ionischen Zone an; seine oberliassischen und mitteljurassischen Ablagerungen sind wohl die reichsten Fundstätten von Ammonitenfaunen dieses Alters, die es überhaupt auf hellenischem Boden gibt. Eine gründliche Ausbeutung der leukadischen Fossillager des Oberlias und unteren Doggers hat auch paläontologisch wichtige Resultate geliefert. Die Tektonik von Leukas birgt indessen noch manch ungelöstes und über den engeren Rahmen der Insel hinausgehendes, wichtiges Problem. Ich hoffe, den Gebirgsbau von Leukas demnächst noch eingehender studieren zu können, als es mir bei zweimaligem kurzem Besuch der Insel nicht nur durch die in Anbetracht meiner beschränkten Zeit bedingten Eile, sondern auch infolge widriger äußerer Verhältnisse vergönnt war. Ich bereiste die Insel in den Monaten Januar und Februar. Öfters hatte ich unter der Ungunst der Witterung zu leiden; ebenso war die teilweise Schneebedeckung in den höchsten Regionen einer genaueren Beobachtung recht hinderlich. ...