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Klassifikation der Phacopiden.

Wedekind, R.

Kurzfassung

Hoernes und Cowper Reed haben es versucht, die Phacopiden unter sich und mit anderen nahestehenden Gattungen in genetische Beziehungen zu bringen. Wenn auch die von diesen Forschern angegebenen Gesichtspunkte im allgemeinen richtig sein mögen, so sind doch die verwandtschaftlichen Verhältnisse, die die Masse der Formen bieten, welche man als Phacopiden zusammengefaßt hat, weit komplizierter, als sie von Reed und Hoernes angenommen werden. Eine Frage für sich ist die, ob das vorhandene Tatsachenmaterial bereits in solcher Fülle auch aus anderen Ländern vorliegt, daß eine genetische Untersuchung überhaupt möglich ist. Wie man darüber auch denken mag, die einmal vorliegenden Versuche zwingen den, der sich mit der Klassifikation der gleichen Gruppe beschäftigt, auf diese Fragen näher einzugehen, besonders den, den neues Material und die Fortschritte der Wissenschaft zu anderen Anschauungen führen. Vor der Behandlung der verwandtschaftlichen Verhältnisse ißt es notwendig, den Formeninhalt der Gattung Phacops, ihr geologisches Auftreten und ihre Verbreitung kennen zu lernen. Also Form, Zeit und Ort! I. Gruppe des Phacops fecundus Barr. = Phacops s. str. m: Das Kopfschild der hierhergehörigen Formen ist meist verhältnismäßig kurz. Der Mesooccipital- und Pleurooccipitallobus sind immer durch eine Furche von dem übrigen Teile des Kopfschildes getrennt. Der Laterallimbus ist häufig obsolet. Die Begrenzung des Kopfschildes vor bzw. unter der Glabella bildet ein schmaler Saum (Frontallimbus), der die Fortsetzung des Laterallimbus darstellt. Vor dem Frontallimbus verläuft eine schmale Furche, die Fortsetzung der Randfurche, unterhalb des Frontallimbus eine etwas breitere, aber ausgeprägte subkranidiale Randfurche, die sich bis in die Hinterecken erstreckt und den Oberteil des Kopfschildes vom Umschlag trennt. Der Umschlag bildet eine ± stark nach außen konkave Platte, deren hinterer Abschnitt etwas stärker abwärts gebogen ist. ...