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Bemerkungen über den Gebirgsbau des nordschweizerischen Kettenjura, im besondern der Weißensteinkette,

Buxtorf, A.

Kurzfassung

Einleitung: Im vierten Heft (S. 516) des Jahrgangs 1910 dieser Zeitschrift ist unter dem oben angeführten Titel eine Abhandlung von H. Gerth in Bonn erschienen, in welcher anschließend an eine Beschreibung des Ostendes der Weißensteinkette wieder einmal das tektonische Problem der Klusen von Mümliswil und Balstal im Solothurner Jura zur Sprache gebracht und namentlich das letztere der beiden Quertäler näher beschrieben wird. Außerdem dehnt H. Gerth seine Erörterungen auch aus auf die Fortsetzung der Weißensteinkette westlich von Balstal, im besondern auf das Gebiet von Günsberg. Wenn ich an dieser Stelle heute auf diese Fragen zurückgreife, so bin ich dazu veranlaßt durch die Angaben Gerths, denen ich in vielen Punkten nicht beistimmen kann. Vor allem stehen auch die Schlüsse allgemeiner Art, die von H. Gerth aus der heutigen Gestalt der Juraketten auf deren geologische Geschichte abgeleitet werden, in mancher Hinsicht in Widerspruch zu dem, was sich mir als Resultat vieljähriger Aufnahmearbeit in Jura und Alpen ergeben hat. Außer auf meine ,Beschreibung des Weißensteintunnels" (Beitr. z. geol. Karte der Schweiz, N. F. XXI, 1907) möchte ich auf zwei kleine Notizen verweisen: ,Zur Tektonik des Kettenjura" und ,Über den Gebirgsbau des Clos du Doubs usw.", die in den Berichten des Oberrhein. Geol. Vereins 1907 und 1909 erschienen sind. I. Das Gebiet der Klagen von Mümliswil und Balstal: Es kann natürlich meine Sache nicht sein, hier nochmals auf das Problem dieser Klusen näher einzugehen; umso weniger, als uns einerseits H. Gerth das baldige Erscheinen einer von Schülern G. Steinmanns entworfenen geologischen Detailkarte dieses Gebietes samt Erläuterungen ankündigt, und andererseits zu hoffen ist, daß auch die von allen Jurageologen mit Spannung erwarteten Karten F. Mühlbergs nicht mehr lange ausbleiben werden. ...