Original paper

Über Pechstein von Meißen und Felsitporphyr von Dobritz,

Stutzer, O.

Kurzfassung

Gestern erhielt ich hier eine Mitteilung des Herrn A. Sauer zugesandt, welche im letzten Dezemberheft der Monatsberichte der Deutschen Geologischen Gesellschaft erschienen ist und als eine Richtigstellung bezeichnet wird gegenüber meinen im 2. und 3. Heft der Monatsberichte desselben Jahres angeführten Ansichten. Ich weile zurzeit hier in Zentralafrika und habe in meinem hiesigen Camp leider keine Literatur und kein Material zur Verfügung, um meine Ansichten mit neuen Argumenten noch weiter zu belegen. Da ich aber voraussichtlich erst in 11/2 Jahren nach Freiberg zurückkehre, so will ich doch nicht zögern, einige Worte zu entgegnen, damit nicht der Anschein erweckt wird, als ob ich alle meine geäußerten Ansichten jetzt aufgebe. Ich kann mich nach wie vor aus den früher angeführten Gründen der Ansicht Sauers nicht anschließen, daß der Dobritzer Porphyr aus Pechstein durch Krystallisation im festen Zustande entstanden sei. Ich halte beide Gesteine für von Anfang an verschieden ausgebildete Ergußgesteine, von welchen der Pechstein immer die glasige Modifikation war, und der Porphyr von Anfang an in seiner Hauptmasse kein Glas führte. Mit der Obsidian - Pechstein - Frage hat diese Ansicht, entgegen der Aussage Sauers (S. 713), nichts zu tun, und bleiben die von mir gemachten Einwände gegen die Sauersche Ansicht selbst dann vollkommen aufrecht, wenn man die Ansicht einer Entstehung des Pechsteins aus Obsidian nicht teilen sollte. Ich habe in meiner Arbeit gesagt, daß der Porphyr, wie fast alle alten Porphyre, und an einzelnen Stellen auch der Pechstein, sekundär zersetzt und verkieselt ist, und daß diese Zersetzungsprodukte beider Gesteine sich oft vollkommen gleichen. Auf diese Weise bestehen beträchtliche Übergänge zwischen Pechstein, zersetztem Pechstein und Porphyr, die aber nur räumlich nebeneinander existieren, zeitlich und genetisch indes nicht vorhanden sind. ...