Original paper

Untersuchungen über den geologischen Bau und die Trias in der Provinz Valencia.

Ewald, Rudolf

Kurzfassung

Einleitung: Im Jahre 1908 unternahm ich eine etwa viermonatlich Reise nach Spanien. Ich wollte dort vor allem die Trias studieren und richtete mein Hauptaugenmerk auf die Entwicklung dieser Formation in der Provinz Valencia. Vorher hatte ich mir die Entwicklung der Trias in Catalonien angesehen, und zwar gemeinsam mit meinem Freunde Adolf Wurm. Die Schichten der Trias sind nämlich hier am besten durchgearbeitet und kartiert und bieten so den Schlüssel für die Ausbildung im übrigen Spanien. Auch mit Herrn Dr. A. Rühl aus Marburg, der schon im Jahre 1907 in Spanien morphologisch gearbeitet hatte, machten wir einige gemeinsame Ausflüge. Ich habe dann in der Provinz Valencia 21/2 Monate Exkursionen und Aufnahmen gemacht. Leider fand ich indessen dort nur sehr wenig paläontologisches Material, während ich auf Grund des Studiums der Literatur das Gegenteil erwartet hatte. Die spanischen Geologen geben nämlich von mehreren Punkten der Provinz Fossilien aus Muschelkalkschichten an. Aber, wie mir Herr Professor Bosca, der Vertreter der Naturwissenschaften an der Universität in Valencia, mitteilte, beruhen einige dieser Angaben auf sehr optimistischen Deutungen von wahrscheinlich konkretionären Gebilden, andere auf ganz gelegentlichen Funden. Nur an zwei Punkten scheinen früher wirklich Versteinerungen in reicherem Maße gefunden worden zu sein. Der eine war ein großer Gipssteinbruch in der Nähe von Alfarp, an dessen Basis die fossilführende Bank lag; der Bruch ist jetzt zugeschüttet, und in der Umgebung ist die Trias meist von jüngeren Flußablagerungen bedeckt. Der andere Punkt, in der Nähe von Cofrentes, war der mangelhaften Ortsangabe und der schlechten topographischen Karten halber nicht aufzufinden. Besonders da hier in Spanien ein Mittel, das sonst zuweilen hilft, gänzlich versagt, nämlich das, die Bevölkerung zu fragen. Aber hier in Spanien achtet niemand auf das Gestein, und der Begriff Versteinerung ist gänzlich unbekannt. Mehrfach habe ich es versucht, durch genaue Beschreibung und durch Vorzeigen eigens mitgebrachter deutscher Muschelkalkfossilien die Leute zum Suchen anzuleiten, aber stets ohne Erfolg. Nur einmal brachte mir ein Mann einige Versteinerungen, leider waren sie nicht aus triadischen Schichten. ...