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Die Torfflöze im Schulauer Elbufer bei Hamburg.

Wolff, Wilhelm

Kurzfassung

In den steilen Abbrüchen des Diluvialplateaus am rechten Elbufer zwischen Wittenbergen und Schulau unterhalb Hamburg sind drei Torfflöze zu beobachten, von denen bisher nur eins in der Literatur bekannt geworden ist; es ist das schon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts entdeckte und neuerdings von Schröder und Stoller eingehend beschriebene sog. ,Schulauer Torflager", welches sich unmittelbar östlich der Ölfabrik befindet. Es liegt dort in flacher Mulde auf einer mächtigen Geschiebemergelbank und ist von steinigem, z. T. etwas lehmigem Sand und über diesem von Dünensand des Litorinameeres bedeckt. Den steinigen Sand deuten Schröder und Stoller als Überrest einer jüngsten, die Gegend meist nur schleierartig dünn bekleidenden Moräne, den Torf als Interglazial und den Geschiebemergel als ,unteren". Ein zweites Torfflöz ist bereits vor langen Jahren von Herrn Chr. Laage in Altona, dem bekannten Sammler des verstorbenen Professors Gottsche, ungefähr 1100 m weiter westlich und etwa 150 m östlich der Buhne bei der Zuckerraffinerie aufgefunden. Gottsche hat darüber nichts veröffentlicht, soll es aber in Vorträgen erwähnt und dem oben erwähnten bekannten Torfflöz gleichgestellt haben. Dieses zweite Torfflöz geht nicht wie das erste hoch oben im Steilhang zutage, sondern zieht sich vom Fuße des hier mit Busch bewachsenen Gehänges über den Gezeitenvorstrand in die Elbe hinab, wo sein Ende auch bei niedrigster Ebbe und Ostwind nicht aus dem Wasser hervortritt. Seine Lagerungsverhältnisse sollen im Zusammenhang mit denjenigen des dritten Flözes besprochen werden. Ausgezeichnet ist das zweite Flöz dadurch, daß es von Kalklagen mit Land- und vereinzelten Süßwasserconchylien begleitet wird; es enthält ferner Föhrenstämme und -Zapfen, Birken- und Ellernholz und Holzkohle. ...