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Seltene Silikate in der Veta madre von Guanajuato, Mexiko.

Wittich, E.

Kurzfassung

In der Veta madre, dem silberreichsten Distrikte des Minengebietes von Guanajuato, fanden sich neben den gewöhnlichen Mineralien der Gangart wie Quarz und Kalkspat, sowie den Silbererzen noch 3 verschiedene Silikate als große Seltenheiten; es sind dies Valencianit (eine Orthoklasvarietät), Beryll und Datolith. Derjenige Teil der Veta madre, in dem letztere Mineralien vorkamen, liegt direkt nördlich von der Stadt Guanajuato und erstreckt sich von der berühmten Mine Valenciana im Westen bis zur Mine Sirena im Osten. Die erzreiche Ader, die sogenannte Veta madre, bildet eine Gangbreccie, die eine Dislokation zwischen dem roten Konglomerate und den schwarzen Schiefern von Guanajuato ausfüllt. Das geologische Alter der beiden Formationen ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen, da Fossilien fehlen. Vermutlich ist das rote Konglomerat von Guanajuato junges Tertiär, und die Schiefer sind wahrscheinlich identisch mit den triadischen Schiefern von Zacatecas. Die Veta madre wäre demnach gleichfalls in das obere Tertiär zu setzen. Ihre Mächtigkeit beträgt an der Oberfläche auf der oben erwähnten Strecke mehrere Meter; in den tieferen Bauen schwillt die Breite an bis auf 20 m, wobei jedoch mehrfach breite Zwischenmittel sich einstellen. In dem Abbaugebiete der Mine Valenciana traf man schon zu Humboldts Zeiten den erwähnten Valencianit; leider wurde jedoch niemals genau die Tiefe und Lage des Vorkommens festgestellt. Der Tiro general (Hauptschacht) sowie der Tiro Esperanza waren die beiden einzigen Stellen, an denen der Valencianit gefördert wurde. Er findet sich in der Gangbreccie stets aufgewachsen auf Quarz, auf der freien Seite stets in Krystallen. Das. Material der Breccie sind Bruchstücke der erwähnten Schiefer, die mit Quarz, seltener mit Kalkspat verkittet sind. Seinerseits wird der Valencianit wieder bedeckt von kleinen Quarzkrystallen, Dolomiten, selten Siderit und in einem Falle von Beryll. ...