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Allgemeine Zusammensetzung und Gliederung der Schichten im Mainzer Becken.

Steuer

Kurzfassung

Vom 13. bis 16. August werde ich die Ehre haben, Sie auf den Exkursionen durch das Mainzer Becken in eine Reihe schöner Aufschlüsse zu führen. Deren detaillierte Beschreibung finden Sie in dem von unserer Geologischen Landesanstalt herausgegebenen Führer, ich kann es daher unterlassen, in diesem Vortrage auf Einzelheiten einzugehen. Wohl aber möchte ich Ihnen zur Einführung, namentlich für diejenigen Herren, die hier noch keine Exkursionen gemacht haben, einen kurzen Überblick über die allgemeine Zusammensetzung und Gliederung der Schichten im Exkursionsgebiet geben und möchte dabei, ohne etwa eine erschöpfende Behandlung erstreben zu wollen, einige allgemeine Fragen beleuchten, die in den letzten Jahren erörtert worden sind. Auf der auch im Führer wiedergegebenen Tafel habe ich versucht, ein Normalprofil durch die Ablagerungen des Mainzer Beckens zu entwerfen, wie es der typischen Ausbildung in Rheinhessen, in der Mainau und zum Teil auch in der Wetterau entspricht, wobei die Mächtigkeiten annähernd im richtigen Verhältnis gezeichnet worden sind. Sie sehen an diesem Bilde, daß die seit langem schon erkannte Gliederung der älteren, teils marinen, teils brackischen und lakustrischen Tertiärbildungen des Mainzer Beckens in einzelne charakteristische Stufen eine verhältnismäßig einfache ist, sie ist aber nicht nur das, sondern sie ist auch klar und natürlich, weil sie sich nach der petrographischen Ausbildung fast durch das ganze Gebiet des Beckens in gleicher Weise verfolgen läßt, und weil, eben durch die wechselnde petrographische Facies bedingt, auch die Fossilführung jeder Stufe einen sehr wohl unterscheidbaren und leicht zu erkennenden Charakter trägt. Als Unterlage ist allenthalben das Rotliegende beobachtet worden, das Tertiär transgrediert über dieses. Die bekannte Schichtenfolge gliedert sich im Mainzer Becken in eine sandige, eine mergelige und eine kalkigmergelige Etage. Sie beginnt zu unterst mit dem Meeressand, einer marinen, 30-40 m mächtigen Ablagerung, an vielen Stellen mit einer reichen Fauna, namentlich von Arten, die in geringeren Tiefen und an der Küste lebten. ...