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Der diluviale Umlauf auf der Finne.

Henkel, L.

Kurzfassung

Im Jahre 1896 wies P. Michael den präglazialen Umlauf von der Gegend von Weimar bis Rastenberg nach. Der einzig möglichen Fortsetzung dieses Flußlaufes im Lossatal lag der Rücken der Finne im Weg, und es war daher anscheinend eine Notwendigkeit, anzunehmen, daß dieser Höhenzug noch in diluvialer Zeit eine beträchtliche Hebung erfahren habe. Wüst sprach diese Annahme zuerst aus. Als erwiesene Tatsache vollends mußte diese Hebung erscheinen, als es Michael gelang, die Fortsetzung des alten Umlaufes jenseits der Finne über Saubach und Steinburg bis in das Hasseltal bei Niedermöllern zu verfolgen. Michael selbst zog denn auch ebenfalls diesen Schluß. Voraussetzung für die Notwendigkeit der Annahme einer diluvialen Hebung der Finne (um 40 bis 50 m) war freilich die Richtigkeit der geologischen Spezialkarte, nach welcher der wasserscheidende Rücken bei Kahlwinkel (Blatt Wiehe) ganz aus Buntsandstein besteht. Nun ist aber das betreffende Blatt bereits 1875 von Dames aufgenommen worden, also in einer Zeit, in der die Anschauungen über das Diluvium noch ganz andere waren als jetzt. E. Naumann und Picard wiesen denn auch darauf hin, daß jene Annahme zur Erklärung der Tatsachen nicht unumgänglich sei, da man die Mächtigkeit der diluvialen Ablagerungen auf der jetzigen Wasserscheide nicht kenne. Die Ansicht von Naumann und Picard hat jetzt Bestätigung gefunden durch eine Bohrung, die das Werk Bernsdorf gerade auf der Wasserscheide dicht bei Kahlwinkel in 274 m niedergebracht hat Man hat dort 461/2 m im Diluvium gebohrt und damit den Buntsandstein erreicht. Nach den Mitteilungen, die mir der Leiter der Arbeiten, Herr Bergassessor Grosche, freundlichst machte, und für die ich ihm auch an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank ausspreche, hat die mit dem Meißel ausgeführte Bohrung nur Ton, Sand und Gerölle zutage gefördert. ...