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Die Beziehungen zwischen dem marinen und kontinentalen Tertiär im Niederrheinischen Tieflande

Fliegel, G.

Kurzfassung

Das tertiäre Schichtprofil des Niederrheinischen Tieflandes umfaßt nach dem gegenwärtigen Stande der Forschung die folgenden Stufen: Pliocän, Obermiocän, Mittelmiocän, Untermiocän, Oberoligocän, Mitteloligocän, Unteroligocän, Eocän, Paleocän. Sie sind teils in mariner, teils in kontinentaler Facies entwickelt. Das Untermiocän tritt ausschließlich als festländische Bildung, als Braunkohlenformation, auf; außerdem gibt es im Paleocän und im Pliocän, also im ältesten und im jüngsten Tertiär, außer marinen Schichten solche des festen Landes, so daß wir am Niederrhein neben den durchaus vorherrschenden Meeresablagerungen mit mindestens drei braunkohleführenden Tertiärstufen zu rechnen haben. Im folgenden beabsichtige ich vor allem, die Verbreitung der einzelnen marinen und festländischen Tertiärstufen zu schildern. Es sollen damit einerseits die stratigraphischen und genetischen Beziehungen dieser Bildungen verschiedener Facies dargestellt werden, andererseits erscheint es mir an der Zeit, einmal das geographische Bild der Verteilung von Wasser und Land, wie es sich im Laufe der Tertiärzeit in steigender Annäherung an die gegenwärtigen Verhältnisse entwickelt hat, für dieses weite, geologisch abgerundete Gebiet zu entwerfen. Die Darstellung knüpft an den von W. Wunstorf und mir gemeinsam verfaßten Abschnitt über das Tertiär in der zum XI. Allgemeinen deutschen Bergmannstage in Aachen herausgegebenen ,Geologie des Niederrheinischen Tieflandes" und an meine ebenda erschienene Monographie über ,Die miocäne Braunkohlenformation am Niederrhein" an und verwertet eine Fülle der dort gebrachten Beobachtungen. Auf sie - und für die Niederlande auf das groß angelegte Werk von van Waterschoot van der Gracht - sei daher hinsichtlich vieler Einzelheiten und aller älteren Literatur verwiesen. ...