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Beitrag zur Tektonik des mittleren Ogliotales.

Wilckens, Rudolf

Kurzfassung

Der geologische Bau des mittleren Ogliotales stellt sich, wie Salomons Werk über die Adamellogruppe zeigt, als eine große, NO streichende Synklinale dar, an der die krystallinen Schiefer, das Perm und die Trias bis herauf zum Hauptdolomit beteiligt sind. Während ihr Nordflügel einen normalen Bau aufweist, tritt im Südflügel eine Wiederholung der Schichtkomplexe auf: der nördlichen Esinokalkzone des Pizzo Badile und der Concarena, die normal vom Muschelkalk unterlagert wird, folgt weiter südlich, bei Breno beginnend, abermals eine mächtige Zone von Esinokalk, über der Raibler Schichten, unter der mittlere und untere Trias normal liegen. Diese Wiederholung der Schichtkomplexe, das Nebeneinander von Raiblern- und Muschelkalk, nötigt zur Annahme einer ausgedehnten Dislokation von beträchtlicher Sprunghöhe, die den Südschenkel der Camonicasynklinale durchsetzt und in zwei Schollen zerlegt, von denen hier die nördliche als Concarenascholle, die südliche als Brenoscholle bezeichnet werden soll. Salomon hat auf seiner geologischen Karte der Adamellogruppe, die im W mit dem Ogliotal ihre natürliche Grenze findet, nur den links des Oglio und nordwärts von Prestine gelegenen Teil des südlichen Synklinalschenkels dargestellt. Gerade dieser Teil wird zwischen Oglio und Tonalitmassiv stark eingeengt durch den großen Tonalitsporn, der von NO her sich gegen Breno erstreckt. Das Bild, das Salomon von der Sedimentzone zwischen Breno und der nördl. davon gelegenen Valle Pallobia gibt (die ungefähr mit dem Kern der Camonicasynklinale zusammenfällt), ist kurz folgendes: Der Esinokalk von Breno hört mit dem Südrand des Pillotälchens (S O von Breno) plötzlich auf. Die Nordwand dieses Taleinschnittes, in die der Esinokalk normalerweise hinüberstreichen müßte, wird von grauen Mergeln und Kalken gebildet, die im Talgrund von gelben Kalkbreccien unterlagert werden. Die hier zweifellos vorhandene Störung, die nordwestl. Streichen hat, bezeichnete Salomon als ,Pillobruch". ...