Original paper

Über Inoceramus Cuvieri SOW.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Durch das liebenswürdige Entgegenkommen der Herren Dr. A. Smith Woodward und Dr. Bather einerseits und des Herrn Geheimrat Steinmann andererseits, wofür ich ihnen auch an dieser Stelle herzlichen Dank sage, bin ich in den Stand gesetzt worden, einen nach dem im British Museum (Nat. Hist.) aufbewahrten Original von Inoceramus Cuvieri Sow. hergestellten Gipsabguß mit den in der Bonner paläontologischen Universitätssammlung befindlichen Originalen, welche Goldfuss seiner Darstellung der Art zugrunde gelegt hat vergleichen zu können. Es ergab sich, daß mit dem abgeflachten, der Höhe nach wachsenden englischen Typ die stark gewölbte und nahezu rundliche deutsche Art fernerhin nicht vereinigt bleiben kann, wie bisher nach dem Vorgänge Ton Goldfuss geschehen. Beide Formen gehören vielmehr verschiedenen Formenreihen an: jene der des In. Crippsi Mant, diese der des In. Brongniarti. Auch entstammt I. Cuvieri Sow. dem Unterturon, I. Cuvieri Goldf. dem Oberturon. Da demnach für die deutsche Spezies die Ansicht Elberts, daß sie eine Varietät des englischen Typs sei, nicht zutrifft, bringe ich für sie den Namen Schlönbachi in Vorschlag; dementsprechend wird auch der bisher als Zone des In. Cuvieri bezeichnete Horizont künftighin als Zone des In. Schlönbachi zu bezeichnen sein. Die Beläge für diese Ausführungen sowie die Erörterungen der Beziehungen der bisher in der Literatur als In. Cuvieri bezeichneten Formen zueinander werden in dem demnächst erscheinenden zweiten Hefte der ,Geologie und Paläontologie der subhercynen Kreidemulde" gebracht werden.