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Beiträge zur Geologie der Kapregion von Nieder-Californien.

Wittich, E.

Kurzfassung

Das mexikanische Territorium Baja California bildet die einzige größere Halbinsel der pazifischen Seite Amerikas. Über 1000 km erstreckt sie sich von Nord nach Süd parallel mit dem Festlande, von dem sie durch die Grabenversenkung des Golfes getrennt ist. Trotz der günstigen geographischen Lage ist Nieder-Californien geologisch noch sehr wenig untersucht. Dieser Umstand mag die Veröffentlichung der nachfolgenden Beobachtungen rechtfertigen, die sich zwar nur auf die Südspitze, die sogenannte Kapregion, beschränken. Den Sockel dieses Teiles bildet krystallines Grundgebirge; unmittelbar darüber lagert jüngeres Tertiär, Miocän und Pliocän. An einer Stelle an der Westküste hängen Reste der Kreide. An dem Abfall des Gebirges gegen das Meer hin ziehen sich Strandlinien entlang, die bis zum heutigen Strand herabsteigen und sich als Terrassen in die Täler hinein fortsetzen. Wenn man sich der Südspitze der Halbinsel nähert, erkennt man schon aus großer Entfernung hohe, steile Gebirgszüge mit zackigen, scharfen Kämmen, die bis zur Küste heranreichen und als steile Kape ins Meer vorspringen. Alle die einzelnen Züge haben ost-westlichen Verlauf; von der Südküste gegen das Innere und Norden zu steigen sie allmählich an und bilden so mehrere Staffeln, deren höchste (in der eigentlichen Kapregion) im Picacho de San Lazaro 1500 m Höhe erreicht. Weiter nördlich - etwa in der Mitte zwischen der Hauptstadt La Paz und dem Hafenplatz San José del Cabo im Süden - liegt der höchste Gebirgszug des Südens, der im Cerro Porfirio Diaz bis zu 2500 m aufsteigt. Zwischen den einzelnen Gebirgszügen breiten sich weite Täler aus, gleichfalls mit ost-westlicher Hauptrichtung. Das größte und breiteste Tal (bis 3 km) des Südens, das des San José-Flusses, zieht dagegen nord-südlich, wie die ganze Halbinsel; es schneidet daher alle Quertäler fast rechtwinklig. ...