Original paper

Beiträge zur Kenntnis des Diluviums auf Föhr.

Häberlin

Kurzfassung

Für die Geologie der Insel Föhr ist das Gotingkliff vielleicht die wichtigste Stelle. In steilem Abbruch fällt es mit einer Maximalhöhe von 5-6 m zum Strande ab, und ähnlich dem Roten Kliff auf Sylt bietet es durch stetiges Nachstürzen (Sturmfluten usw.) immer neue Aufschlüsse; werden doch bei großer Flut mitunter bis 10 m Land weggespült. Die Sturmflut vom Dezember 1909 hat besonders günstige Verhältnisse geschaffen, die geeignet erscheinen, die bisherigen, sich teilweise widersprechenden Ansichten von Stolley und Zeise zu ergänzen. Das Hauptinteresse am Gotingkliff konzentriert sich auf die dortigen Vorkommen schwarzen Mergels. Es sind deren zeitweise vier zu beobachten, die drei westlichen je ca. 20 Schritte von einander entfernt, eine östliche ca. 160 Schritte. Die Angaben von Stolley und Zeise beziehen sich auf die beiden mittleren, bei weitem größten. Fig. 1 zeigt die Aufpressung der östlichen Hauptschicht zwischen den schräg verlaufenden geschichteten Sanden. Die schwarze Klippe ragt mit einem scharfen Grat mehrere Meter weit vor die Uferkante (Fig. 2). Sie führt völlig geschiebefreien Tonmergel (Brockenmergel), der blättrig zerfällt und zur Zeit der Beobachtung keine Schichtung erkennen ließ. Es ist typischer ,Brockenmergel", d. h. ein aufgearbeiteter und umgelagerter Tonmergel, der aus kleinen Brocken dieses Materials zusammengesetzt ist. Dieses Vorkommen hat zurzeit ca. 2,5 m Hohe. Stolley faßt es auf als Ausschlämmungsprodukt eines vorauszusetzenden Geschiebemergels der (1.) drittletzten Eiszeit. Er bemerkt (S. 108): ,Die westliche Ader unterscheidet sich von der östlichen durch das Fehlen von Geschieben und Quarzkörnern." Zeise spricht von dieser schwarzen Partie als ,steinarmem Gegchiebemergel". Er hat also offenbar Geschiebe darin gefunden und faßt ihn als ,steinarme Facies des unteren Geschiebemergels" auf. ...