Original paper

Hebung oder Senkung beim Rheinischen Schiefergebirge?

Kranz, W.

Kurzfassung

V: Südliche Erosionsbasis: Am Südrande des Rheinischen Schiefergebirges ergeben sich folgende höchste Lagen von bisher bekannten altdiluvialen fluviatilen Vorkommen: Hohemark westl. Homburg v. d. H. - 338 m ü. M., Lorsbach-Münster? - 300 m ü. M.?, Leberberg bei Wiesbaden - 220 m ü. M., Finthen - 190 m ü. M., Westl. Gonsenheim - 160 m ü. M.?, Ebental oberhalb Rüdesheim? - 280 m ü. M.?, Ingelheim - 200 m ü. M., Rochusberg - 200 m und 225 m ü. M.?, Trechtingshausen - 260 m und 290 m ü. M.. Entsprechend liegen hier die höchsten Flußablagerungen der mitteldiluvialen Mosbacher Stufe (Hochterrasse): Frankfurt - nahezu 150 m ü. M., Weisenau - 130 m ü. M., Xaveristein südwestl. Mainz, bei Zahlbach - 122 m ü. M., Budenheim - 130 m ü. M., Heßler - 140 m ü. M., Adolfshöhe - 144 m ü. M., Ingelheim? - 95 m ü. M.?, Schierstein - 165 m ü. M.. Hierzu ist zu bemerken: An das Diluvium der Schiefergebirgsstrecke läßt sich dasjenige des Mainzer Beckens noch nicht zweifelsfrei anschließen. Im Gebirgssattel zwischen Lorsbach und Münster lagert nach Kinkelin Unterdiluvium bis 300 m ü. M. Die Taunusschotter von Mosbach, welche vielleicht hierher gehören, liegen nach Kinkelin bei Mosbach 126-130 m über N. N. Da sich aber petrographisch ganz ähnlich aussehende Taunusschotter in einer Kiesgrube bei der Henckellschen Sektfabrik in den mitteldiluvialen Mosbacher Sanden finden, ist das altdiluviale Alter der liegenden Taunusschotter von Mosbach noch unsicher. Die Sande von Finthen, welche gewöhnlich zum ältesten Rheindiluvium gerechnet werden, haben wir auf der Rheintalexkursion der Geol. Vereinigung besucht. In einem schönen Aufschluß östlich Finthen, nahe nördlich vom ,Rondell", steht zu unterst Hydrobienkalk an, einige Grad nach ungefähr Ost einfallend, durch Pressung leicht gestört. Auf der Oberfläche der Kalke war der alte Rheinboden mehrere Quadratmeter breit freigelegt, (durch Strudelbewegung?) löcherig ausgefressen. Darüber lagern die alten Diluvialsande, bis etwas über 190 m über N. N., vielleicht (?) gleichalterig mit der Patersberger Stufe des Mittelrheingebiets. ...