Original paper

Über die Lagerstätte der Flintartefakte bei Michaelisdonn in Dithmarschen.

Gagel, C.

Kurzfassung

In den Kiesgruben bei Michaelisdonn, in denen ich im April die Flintartefakte gefunden hatte (diese Zeitschr., S. 249 ff.), ist in diesem Sommer wegen Chauseebaues sehr viel gefördert worden - gegen 20000 cbm -, so daß die Gruben wesentlich vergrößert und ihre Wände z. T. erheblich zurückgerückt sind. Dabei ist noch eine ganze Anzahl Flintartefakte zutage gekommen und von dem Lehrer von Michaelisdonn, Herrn Brost, gesammelt, der auf meine Bitte die Gruben ständig besucht und kontrolliert hat. Herr Brost hat auch in sehr dankenswerter Weise die Grubenwände selber häufiger abgesucht und hat dann auch noch mehrfach Artefakte in der Wand selbst, im Anstehenden, gesammelt, und zwar an Stellen, die 1 bis 2 m unter der Oberfläche lagen, in bzw. über zwei deutlich ausgeprägten, dünnen, horizontalen Kiesbänken. Auf diese Benachrichtigung hin habe ich mir die Fundstellen unter Führung von Herrn Brost sofort nochmals selbst angesehen und habe wenigstens an einer der mir bezeichneten Stellen - 1,8 m unter der Oberfläche, neben den Löchern von Herrn Brosts Funden - selbst noch Abschlagspäne und Messerspäne aus dem Anstehenden herausgeholt und auch sonst noch verschiedene Artefakte im Anstehenden gefunden. Damit ist die primäre Lagerung der Flintartefakte im Geschiebesand und ihr Alter auf dem Höhepunkte der letzten nordischen Vereisung einwandfrei erwiesen! Die zweite (nördlichere) Kiesgrube, die etwa 300 bis 500 m NNW des früher (a. a. O., S. 251) abgebildeten Profils der Eisenbahnkiesgrube liegt, hat in diesem Sommer bei weitem die Mehrzahl der Artefakte geliefert und zeigt folgendes Bild (Fig. 1): Unter 4-5 dem schwarzem Heidesand, der mit ganz schwach welliger, nicht scharfer Grenze nach unten absetzt, liegt etwa 1,80 m gelbbrauner, z. T. ganz schwach lehmiger, annähernd ungeschichteter und steinarmer Geschiebesand. ...