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Kalisalze am Niederrhein.

Wunstorf, W.; Fliegel, G.

Kurzfassung

Die Zechsteinformation nimmt im Niederrheinischen Tierfland den Kördlichen Rheintalgraben ein und gewinnt nur im Norden größere ost- westliche Verbreitung aus dem holländischen Peel-Gebiet bis über Borsten hinaus. Die Zechsteinsalze dagegen sind, soviel wir bis jetzt wissen, auf das Grabengebiet beschränkt. Der Nördliche Rheintalgraben umfaßt eine Fläche, die sich in südost-nordwestlicher Richtung von Duisburg bis über Xanten hinaus und in ost-westlicher von Kloster Kamp bis in die Gegend von Hünxe erstreckt. Er ist in sich wieder in erheblichem Maße gegliedert durch eine Reihe von Südost-Nordwest streichenden Verwerfungen, die eine große Zahl vertikal gegeneinander verschobener Einzelschollen erzeugt haben. Diese treten als Spezialhorste und Spezialgräben in die Erscheinung und lassen sich zu 3 Gruppen zusammenfassen, die wir als Westliche Randstaffeln, Engeres Grabengebiet und Östliche Randstaffeln unterscheiden können. Im Westen sind es zwei wichtige Bruchlinien, die den Horst von Geldern-Crefeld gegen die Westlichen Randstaffeln und diese selbst gegen den inneren Teil des Grabens begrenzen: die Bönninghardt- und die Rheinpreußen-Störung. Im Osten ist die Gliederung weniger deutlich; doch können wir zu den Östlichen Randstaffeln jene Schollen ziehen, welche östlich von Dinslaken liegen. Zu den Südost-Nordwest-Verwerfungen tritt ein zweites System, das im allgemeinen west-östlich bis Westsüdwest-ostnordöstlich streicht. Es modifiziert den Aufbau insofern, als es auch in südost-nordwestlicher Richtung Horste und Gräben erzeugt. Die weitgehende tektonische Gliederung muß sich naturgemäß in der Verbreitung des Salzlagers äußern, und in der Tat finden wir ein geschlossenes, sehr ausgedehntes Salzlager nur im nördlichen Teil des engeren Grabengebiets, während dessen südlicher Teil wie auch die Randstaffeln durch das Auftreten von isolierten Salzpartien ausgezeichnet sind.