Original paper

Über einige bisher unbekannte Tertiärvorkommen im Regatale und Umgebung in Hinterpommern.

von Wichdorff, Hans Hess

Kurzfassung

Der gegenwärtige Stand der Erforschung des vordiluvialen Untergrundes der Provinz Pommern, wie ihn Deecke in seinem Werke über die Geologie Pommerns treffend niedergelegt hat, zeigt im mittleren Teile Hinterpommerns eine auffällige Lücke in der Verbreitung vordiluvialer Ablagerungen. In der Tat ist in diesem Gebiete die diluviale Decke in der Regel auffallend mächtig; sie übersteigt vielfach sogar 150 m Mächtigkeit. So war es z. B. im Kreise Naugard, den ich in seinem ganzen Umfange eingehend kennen zu lernen Gelegenheit hatte, sehr schwierig, sichere Daten über den präglazialen Untergrund dieses ausgedehnten Gebietes zu gewinnen. Um so auffälliger ist es daher, daß sich an den Gehängen der tief ein geschnittenen Urstromtäler, die den heutigen Regafluß und seine Nebentäler begleiten, in dem unmittelbar östlich anstoßenden Kreise Regenwalde eine Reihe bisher unbekannter Tertiärvorkommen oberflächlich anstehend nachweisen läßt. Daß auch hier das Tertiär nicht lediglich durch die Erosion freigelegt wurde, sondern das Auftreten der Tertiärinseln durch größere Lagerungsstörungen, vielleicht sogar erst diluvialen Alters, bedingt ist, zeigt in deutlicher Weise eine Tiefbohrung, die vor wenigen Jahren an der niedrigsten Stelle des Regatales, an der Mühle bei Labes, niedergebracht wurde. Hier wurde an einem Bohrpunkt, der nur 60 m über dem Seespiegel liegt, bis 150 m Tiefe nur Geschiebemergel, also rein diluviale Ablagerungen, angetroffen: die erfolglose Bohrung mußte, ohne das Tertiär erreicht zu haben, eingestellt werden. Das Tertiär wurde im Gebiet des Regatales bisher an vier Stellen in größerer Verbreitung anstehend von mir aufgefunden, und zwar bei Wurow, Glietzig, Prütznow und Muhlendorf sowie ferner an einem fünften Punkte im Stramehltale an den Gehängen der Zachower Berge bei Stramehl.