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Stratigraphische Ergebnisse einer Tiefbohrung am Bühlach im oberbayerischen Kohlenrevier.

Koehne, W.

Kurzfassung

Nachdem ich die unrichtige Schichteneinteilung H. Stuchliks im Peißenberger Kohlenrevier durch eine neue ersetzt hatte, war es mir auch möglich geworden die rätselhaften geologischen Verhältnisse am Bühlach bei Peiting (westlich vom Peißenberger Revier) zu erklären. Im Februar 1911 stellte ich die Theorie auf, daß die am Bühlach bisher durchschürften Schichten nur den oberen Teil der Cyrenenschichten mit den Flözen 1-6 darstellen die Schwaig-Neumayer-Schichten meiner Gliederung], trotz der bei Flöz 2 befindlichen Cementmergelbank, die früher dazu verleitet hatte, dieses Flöz mit Flöz 9 zu identifizieren. Demgemäß mußten in der Tiefe als Äquivalent der bauwürdige Flöze führenden Schichten des Peißenberges überwiegend mergelige, flözführende Schichten liegen, welche durch eine Störung vor ihrem Ausstreichen zutage abgeschnitten werden und deshalb nicht bekannt geworden sind. Da die Schwaig-Neumayer-Schichten am Bühlach eine etwas andere Zusammensetzung und Ausbildung zeigten als am Peißenberg, so war zu erwarten, daß auch in den unteren Schichten am Bühlach die Flözausbildung und die Abstände der Flöze etwas andere sein würden als am Peißenberg. Es lag daher die Notwendigkeit vor diese Flöze zu untersuchen. Die K. Generaldirektion der Berg-, Hütten- und Salzwerke ordnete auch, unbeirrt durch Vorurteile Sachunkundiger, die Ausführung einer Bohrung zu diesem Zwecke an. Diese ergab eine völlige Bestätigung meiner Theorie. Nachdem 38 m weiche Überdeckung durchmeißelt worden waren, ging die Kernbohrung im anstehenden Gebirge an. Der Voraussage gemäß wurden Mergelschiefer mit Cyrenen, Cerithien, Stinksteinbänken und Kohlenflözen angetroffen. Das Profil bildet gerade die Fortsetzung des Profiles vom ,Nördlichen Schurf" am Bühlach nach dem Liegenden zu.