Original paper

Über vor- und nachbasaltische Dislokationen und die vorbasaltische Landoberfläche in der Rhön.

Bücking, B.

Kurzfassung

O. Grupe hat vor kurzem in dieser Zeitschrift eine Abhandlung ,Über das Alter der Dislokationen des hannoverschhessischen Berglandes und ihren Einfluß auf Talbildung und Basalteruptionen" veröffentlicht und darin meine Ansichten über die tektonischen Störungen und die vulkanischen Durchbrüche in der Rhön einer Kritik unterzogen. Nur, damit es nicht den Anschein habe, als ob ich durch Grupes. Ausführungen von der Richtigkeit seiner Behauptungen, soweit sie mich betreffen, überzeugt worden wäre, will ich im folgenden einige Worte der Erwiderung sagen; ich fasse mich dabei so kurz wie möglich und verweise diejenigen, die sich für den Gegenstand spezieller interessieren, auf die Erläuterungen zu den von mir aufgenommenen Rhönblättern und die weiter unten zitierte Literatur. Nach Grupe haben die im Untergrund ,vorhandenen Spalten der präoligocänen Gebirgsbildung den vulkanischen Magmen vielfach die Wege gewiesen, auf denen diese sich dann selbständig ihre Eruptionskanäle schufen". Nun habe ich bei der geologischen Aufnahme der Rhön zwar weit über 500 Durchbrüche vulkanischer Gesteine zu untersuchen Gelegenheit gehabt, dabei aber nur in ganz seltenen Fällen (also ausnahmsweise) die Basalt- und Phonolithdurchbrüche an wirklich nachweisbare Verwerfungsspalten geknüpft gefunden. In vielen Fälle scheinen die Durchbrüche die großen Grabenverwerfungen geradezu gemieden zu haben (Blätter Oberkatz, Helmershausen, Altenbreitungen, Kleinsassen, Hilders, Spahl usw. An die geologische Aufnahme meiner Rhönblätter, die im Jahre 1879 begann, zu einer Zeit, als überhaupt erst wenige geologische Karten i. M. 1 : 25 000 veröffentlicht waren, bin ich mit der Absicht herangetreten, auch die Spalten aufzusuchen auf denen nach der damals herrschenden Anschauungsweise die Basalte und Phonolithe emporgedrungen seien; aber der Erfolg war der bereits bekannte.