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Die geologischen Aufschlüsse des Stadtparkes in Winterhude und des Elbtunnels und ihre Bedeutung für die Geschichte der Hamburger Gegend in postglazialer Zeit

Horn, E.

Kurzfassung

In der Goldbeck-Niederung bei Winterhude, einem nordlichen Stadtteil von Hamburg, werden zur Anlage eines Teiches für einen Stadtpark große Ausschachtungen Torgenommen, die wichtige Aufschlüsse für die Geologie des Alluviums gebracht haben. In der 6-7 m über NN liegenden wannenförmigen Niederung, die im Osten, Norden und Westen von Diluvialhöhen von 19-26 m Meereshöhe vollständig umschlossen und nur nach Süden geöffnet ist, ist unter einer mächtigen Bedeckung von Sand eine Folge von See- und Moorablagerungen erschlossen worden. In dem Gebiet sind vorher zahlreiche Bohrungen niedergebracht worden, und durch diese Bohrungen sowie durch spätere Aufschlüsse ist erwiesen, daß der Geschiebemergel, der die umliegenden Höhen aufbaut, sich unter die wannenförmige Niederung senkt und in wechselnder Tiefe unter den Seeablagerungen liegt. Bei einigen Bohrungen liegt der Geschiebemergel in 6-8 m Tiefe unter, dem Seemergel, bei anderen 10-15 m tiefen Bohrungen ist er unter dem Seemergel nicht mehr erreicht worden (vgl. die Profile Fig. 1 u. 2). Die Seeablagerung besteht aus einem hellgrauen sehr kalkreichen Mergel, der erfüllt ist mit Schalen von Süßwasserconchylien, deren Bestimmung Herr H. Menzel freundlichst übernommen hat. Stellenweise liegen an der oberen Grenze des Seemergels massenhaft Unioschalen, die alle mürbe und zerdrückt sind, so daß man keine ganzen Exemplare erhält. Der Seemergel ist 3-4 m, in einer Bohrung sogar über 8 m mächtig. Über dem Seemergel liegt Torf und Moorerde, bis zu 3 m mächtig. Die Pflanzenreste des Torfes und des Süßwassermergels hat Herr Lehrer Beyle in Hamburg eingehend nach Schichten untersucht. Der untersuchte Süßwassermergel und Torf waren je 1 m mächtig. Im Mergel wurden 5, im Torf 15 Proben genommen und von unten nach oben fortlaufend nummeriert.