Original paper

Über Grundwasserverhältnisse in dem Bielefelder Quertale des Teutoburger Waldes.

Mestwerdt, A.

Kurzfassung

In den letzten Jahren haben uns die Arbeiten von E. Meyer und O. Burre über den Aufbau des Teutoburger Waldes zu beiden Seiten des Bielefelder Quertales naher unterrichtet. Die den beiden Arbeiten angefügten geologischen Karten schließen fast unmittelbar aneinander, indem nur die Sohle des Quertales und Abschnitte ihrer nächsten Nachbarschaft unberücksichtigt bleiben. Hier breiten sich nämlich quartäre Deckschichten stellenweise in so erheblicher Mächtigkeit aus, daß die Zusammensetzung des mesozoischen Untergrundes einigermaßen unklar bleibt. Über gelegentliche Aufschlüsse, die hier besonders beim Bau von Kanalisationsanlagen entstanden, haben außer Burre in seiner schon erwähnten Abhandlung besonders Wetzel und Landwehr berichtet. Bei der ständig wachsenden Besiedelung und der bedeutenden industriellen Entwickelung des Bielefelder Quertales spielt nun die Frage nach der Wasserversorgungsmöglichkeit aus dem eigenen Grund und Boden eine außerordentlich wichtige Rolle. Es hat sich ergeben - und ich werde das in folgendem näher darlegen -, daß für die private Wasserversorgung die Zusammensetzung und Verbreitung der quartären Deckschichten von entscheidender Bedeutung sind, daß aber der feste Gebirgsuntergrund der Wassergewinnung nur recht beschränkte Möglichkeiten bietet. a) Der mesozoische Untergrund: Wie Burre näher ausgeführt hat, nehmen in Gadderbaum die Tone des Lias und Doggers reichlich ein Drittel im Querprofil des Osnings ein, verschwinden aber in nordwestlicher Richtung nach E. Meyer sehr bald ganz unter der Unteren Kreide des Kahlenberges, um erst weiter westlich wieder zutage zu treten. Jedenfalls haben wir im Gebiet des Jura und der älteren Kreide die bedeutendsten Schichtenbewegungen, die durch die Zertrümmerung des Gesteins, wie Burre will, die spätere Talbildung ermöglichten.