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Das Jura-Profil an der Deutsch-ostafrikanischen Zentralbahn

Hennig

Kurzfassung

Die von Dar-es-Salam ins Zentrum der deutsch-ostafrikanischen Kolonie führende Bahnlinie bietet in ihrem ersten Teile einen 149 km langen Schürfgraben durch die dem altkrystallinen Massiv vorgelagerte Sedimentzone des weiteren Küstenlandes. Bis zum Ruvu hin werden fast ausschließlich junge Schichten angeschnitten, nur in den Pugu-Bergen ist der Bahnkörper (zwischen km 20 und 30) in tieferliegende Schichten eingeschnitten, die große petrographische Ähnlichkeit mit der Unterkreide des Lindi-Bezirks haben, aber durch Fossilfunde noch keine sichere Bestimmung haben erfahren können. Die Ruvu-Senke bedingt eine breite Lücke. Danach treten aber etwa von der Station Msua (km 110) ab wiederum gleiche an die Saurierschichten des Tendaguru äußerlich stark erinnernde Mergel auf (km 116,2!). Die Strecke von km 110 bis km 149 (Station Ngerengere an der Gneisgrenze) wurde zu Fuß abgeschritten und eingehendst aufgenommen. Abstecher zu beiden Seiten der Bahn sollten das dort, auch Ton früheren Reisenden, in Stichproben Beobachtete in jenes sichere Grundgerüst des Bahnprofils eingliedern und so zwischen bisher verstreuten und vereinzelten Fundplätzen eine sichere Verbindung in stratigraphischem Sinne ermöglichen. Der Aufbau des Schichtenkomplexes kann daraus mit einiger Gewißheit rekonstruiert werden. Jene kreideverdächtigen Mergel werden in einiger Entfernung (km 119,2-3) unterlagert von einem an trefflich erhaltenen Fossilien, insbesondere vielen Schnecken arten reichen Kalkgestein, das seinerseits ein wenig hoher liegt als der bisher höchste von Dacqué durch Fossilien im Alter gesicherte Horizont, der dem Callovien angehört und am Bahnprofil selbst bei km 119,5 ansteht. Darauf folgen in geringen Abständen eine ,Gryphaeen"- (km 121,1) und eine Neririeen-Bank (km 121,7-8). Hierher etwa stammt das Fraassche Lokalprofil, und hier befindet sich auch die Kreuzungsstelle mit der Bornhardtschen Route. Aus der ,Gryphaeenbank" konnten an verschiedenen Fundstellen je eine rechte und eine linke Thoraxhälfte einer Eryma-Art gewonnen werden.