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Beiträge zur Kenntnis des Thüringer Diluviums.

Naumann, Ernst

Kurzfassung

Durch meine Untersuchungen im Diluvium des Saaletales bei Jena und Naumburg und durch das Erscheinen der topographischen Neuaufnahmen Thüringens wurde ich veranlaßt, einen Vergleich des Saalediluviums mit dem des oberen Unstruttales bei Langensalza und mit dem des Werratales bei Creuzburg und Treffurt anzustellen. Außerdem konnte ich auf Grund eigener älterer und neuer Untersuchungen im Ilmtale die Terrassen der Ilm und die Glazialablagerungen dieser Gegend zum Saaletal in Beziehung bringen. Die Resultate dieser Untersuchungen seien im folgenden mitgeteilt. I. Dag Diluvium des oberen Unstruttals. 1. Präglaziale Ablagerungen; Als präglaziale Ablagerungen sind von Erich Kaiser und mir die von E. Wüst als frei von nordischem Material erkannten Kieslager des von Gotha über Gräfentonna, Lützensömmern bis Griefstedt reichenden Schotterzuges bezeichnet worden, den Heinrich Credner zuerst als zu einer ,Ur-Nesse" gehörig erkannt und zu der nordischen Vereisung in Beziehung gebracht hatte. Diese im wesentlichen aus Porphyr des Thüringer Waldes bestehenden Schotter hatte Wüst Tonna-Griefstedter Schotterzug benannt, und Reichardt, der kürzlich eine Untersuchung der diluvialen Geraterrassen geliefert hat, nennt unseren Fluß eine Apfelstädt-Hörsel, da er eine präglaziale Apfelstädt und Hörsel zu Quellflüssen haben soll. Diese Ansicht erscheint mir nicht ganz begründet, da wir am Frankenstein bei Hörschel einen sehr alten Hörselkies haben, der seiner Geröllführung nach von einem von Osten kommenden, der heutigen Hörsel entsprechenden Flusse abgelagert worden ist und demnach einer unteren präglazialen Hörselterrasse entspricht. Von Griefstedt abwärts hängt unser Tonnaer Fluß zweifellos mit den von E. Picard und mir nachgewiesenen präglazialen Kiesen der Unstrut zwischen Groß-Wangen und dem Prömerberg bei Freyburg bzw. mit dem Kies vom Borntal bei Zeuchfeld zusammen.