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Setzungskoeffizienten der Braunkohle.

Glöckner, Friedrich

Kurzfassung

Als den Setzungskoeffizienten der authochthonen Braunkohle möchte ich den Wert bezeichnen, mit dem die Mächtigkeit eines authochthonen, durch außergewöhnliche tektonische, dynamische oder thermische Vorgänge nicht gestörten Braunkohlenlagers zu multiplizieren ist, um die Mächtigkeit des zur Bildung der derzeitigen Braunkohlenlagerstätte erforderlich gewesenen Flachmoores zu bestimmen. Die in Frage kommende Beobachtung machte ich im Frühjahr 1910 auf dem Tagebau der Grube ,Wilhelminensglück" bei Klettwitz (Niederlausitz), einem auf dem oberen Senftenberger Flötz bauenden Braunkohlenwerk. Das Senftenberger Oberflötz ist, mit einer geringfügigen Ausnahme, eine authochthone Humusbraunkohlenbildung, das Umwandelungsprodukt eines weit ausgedehnten tertiären Flachmoores. Wie die meisten derartigen Bildungen zeigt auch dieses Flötz einen vorzüglichen Wurzelboden, das heißt, es enthält zahlreiche Wurzelstöcke an Ort und Stelle gewachsener Bäume, zumeist von Taxodium distichum. Die Bäume sind in der Regel in einer Höhe von 1,50 bis 2 m über dem Wurzelniveau umgebrochen, sehr oft liegen die Stämme noch neben den Wurzelstöcken. Während nun das Flötz in der näheren Umgebung von Senftenberg seiner ganzen Mächtigkeit von rund 20 m nach aus Braunkohle ohne nennenswerte Zwischenmittel besteht, zieht sich auf den Gruben in der Nähe von Klettwitz in einer Höhe von 2 m über dem, Liegenden ein 10 cm starkes Mittel eines chokoladefarbenen, fetten Tones durch das Flötz. Es hat also hier der Moorbildungsprozeß durch eine Überschwemmung eine Unterbrechung erfahren. Die hereinströmenden Wasser setzten ihre aus tonigem Material bestehende Trübe, untermischt mit moorigen Material, ab, sie stagnierten und leiteten die Moorbildung von Neuem ein.