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Die Alpengeologie auf dem XVIII. Deutschen Geographentage in Innsbruck, Pfingsten 1912.

v. Staff, Hans

Kurzfassung

Die andauernde Ausdehnung des Arbeitsfeldes der Geographen auf das Gebiet der Geologie hat zur Folge, daß auch auf den geographischen Tagungen Probleme im Vordergrund stehen, die für den Geologen von Bedeutung sind. So erfreulich diese Zunahme an geologischen Arbeitern für unsere Wissenschaft ist, so bedauerlich ist andererseits die dadurch herbeigeführte Zersplitterung der Literatur, der Kongreßexkursionen usw. Der gegenwärtige Zustand, der großenteils wohl auch durch den Übertritt einiger ehemaliger Geologen ins geographische Lager verursacht wurde, hat namentlich auch für die Glazialmorphologie die schädigende Folge gehabt, daß die Fragen, die in Norddeutschland z. B. noch das Hauptarbeitsgebiet der Kgl. Pr. geologischen Landesanstalt darstellen, in den Alpen fast ausnahmslos bereits von Geographen behandelt und, was schlimmer ist, lediglich in der geographischen Literatur veröffentlicht werden. Da eine derartige regionale Zweiteilung eines einheitlichen Problemkomplexes keinerlei innerliche Berechtigung hat, besteht für uns gegenwärtig die Notwendigkeit, wenigstens referierend unsere eigenen Zeitschriften über Fortschritte der alpinen Glazialforschung auf dem Laufenden zu halten. Besonders gilt dies natürlich für den soeben beendeten XVIII. Deutschen Geographentag in Innsbruck, wo abgesehen von den historischen und unterrichtstechnischen Fragen nur 4 rein geographische neben 8 morphologisch-geologischen Vorträgen angemeldet waren, dessen Exkursionen neben dem Anthropogeographen V. Wieser von den Geologen Blaas, v. Klebelsberg, Ampferer geleitet werden sollten.