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Zur Geologie der Vall' Adrara.

Rassmuss, H.

Kurzfassung

Die lombardischen Kalkalpen zwischen Adda- und Oglio-Tal, Como- und Iseo-See, werden durch drei Haupttäler gegliedert, das Brembo-, Serio- und Cherio-Tal. Das zwischen dem Cherio-Tal, Val Cavallina genannt, und dem Iseo-See gelegene Gebiet wird von der Vall' Adrara durch den Torrente Guerna zum Oglio entwässert. Ihr fließen von Westen nur kleinere Bache, von Osten die Val Serle, Val Pezze und Val Maggiore (Tal von Viadanica) zu. Im Westen trennt der Kamm des Monte di Grone oder di Gaiana (1192 m) das Adraratal Tob der Val Cavallina, im Norden der Monte Torrezzo (1378 m) von dem Tal von Endine, dessen Gewässer von einer Talwasserscheide nach Westen zum Lago di Endine in der Val Cavallina, nach Osten zum Borlezza-Tal und Iseo-See abfließen. Im Osten endlich erhebt sich der Mte. Bronzone (1334 m) zwischen Vall' Adrara und Iseo-See. Das Gebiet der Vall' Adrara ist, abgesehen von den älteren Übersichtskarten von von Hauer und Curioni auf der Carta geologica della Provincia di Bergamo 1881 von Antonio Varisco dargestellt und in den Erläuterungen kurz behandelt. Es gewann durch eine Notiz Paronas besonderes Interesse, der von hier aus dem unteren Lias eine neue Rhynchonellina beschrieb, die mit Terebratulu gregaria, dem Leitfossil des Rät, zusammen vorkommen sollte. Die geologische Karte der Lombardei von Tabamelli 1890 ließ eigenartige tektonische Verhältnisse in der Form des Alpenrandes vermuten. In neuerer Zeit ist das Gebiet der Vall' Adrara von Baltzer auf seiner Übersichtskarte der Umgebung des Iseo-Sees mit dargestellt und einzelne Beobachtungen in seiner Geologie der Umgebung des Iseo-Sees und in Tornquists Geologischem Führer durch das oberitalienische Seen-Gebirge angeführt.