Original paper

Die westfälischen Galeritenschichten als Seichtwasserbildung.

Löscher, W.

Kurzfassung

In seiner Arbeit ,Beitrag zur Geologie des Beckens von Münster usw. schreibt Krusch S. 251, daß in dem Münsterschen Kreidebecken die sämtlichen Stufen der Oberen Kreide nach W, bzw. NW auskeilen, und zwar in einer bogenförmigen Linie, welche über Oeding, Südlohn und Stadtlohn verläuft ,Die neueren Aufschlüsse haben ergeben, daß es sich hier nicht etwa nur um ein lokales Herausheben handelt, welches vielleicht durch eine Aufsattelung des Gebirges veranlaßt wird, sondern um die alte, durch spätere Abrasion und tektonische Einflüsse allerdings modifizierte Kontinentalgrenze." In meiner Dissertation ,Die Westfälischen Galeritenschichten" wies ich auf S. 275 bereits darauf hin, daß diese Annahme Kruschs für die an den erwähnten Orten zur Ausbildung gelangten Galeritenschichten nicht zutrifft, daß vielmehr zur mittleren Turonzeit die Meeresgrenze weiter westlich gelegen hat. Auf der diesjährigen Hauptversammlung des Naturhistorischen Vereins für Rheinland und Westfalen zu Dortmund hielt nun Herr Tilmann-Bonn einen Vortrag über ,Bergbau und Geologie in Westfalen" und gab in seinem Vortrage die Ansicht von Krusch wieder. Ich habe bereits in der mit dieser Tagung verbundenen Sitzung des Niederrheinisch-Geologischen Vereins diese Ansicht widerlegt, mochte aber auch in dieser Zeitschrift, da hier die Arbeit von Krusch veröffentlicht ist, meine Ansicht ausführlicher begründen. Zunächst will ich bemerken, daß ich die Ursache der heutigen topographischen Hervorhebung der Galeritenschichten von dem benachbarten Gelände, ob dieselbe auf tektonische Einflüsse oder sonstige Ursachen zurückzuführen ist, hier nicht erörtern will.