Original paper

Eine Åsbildung in Nordschleswig.

Woldstedt, Paul

Kurzfassung

Beschäftigt mit einer Arbeit über die morphologischen und hydrographischen Verhältnisse von Nordschleswig, konnte ich bei meinen Begehungen des Gebiets in den Sommern 1910 und 1911 dort eine Bildung feststellen, die meines Wissens bisher aus Schleswig noch nicht bekannt ist, und die wegen der morphologischen Verhältnisse, unter denen sie auftritt, besonderes Interesse verdient. Die Bildung, die ich als Ås bezeichnen zu sollen glaube, liegt in dem im S von der Apenrader Föhrde, im N von der Hoptruper Mulde begrenzten Zwischenföhrdengebiet, das durch den im Zentrum liegenden Ort Gjenner bezeichnet wird. Der größere westliche Teil dieses Gebietes ist eine typische Moränenlandschaft, aus der sich einige deutliche Endmoränenstaffeln herausheben. Die westlichste dieser dem baltischen Stadium zugehörigen Moränen erstreckt sich vom Hügelzug des Steinsbergs (westl. Bahnhof Haberslund) in südsüdöstlicher Richtung, um etwa 21/2 km nördlich der Bahnstation Rotenkrug allmählich zu verschwinden. Die Lage des Eisrandes wird für die nach S sich anschließende Strecke angegeben durch den östlichen Rand des bis hierher hinaufreichenden ,großen nordschleswigschen Sandrgebietes", d.h. etwa durch die Linie des Ochsenweges markiert. Nur wenig östlich von dieser westlichsten baltischen Eisrandlage erstreckt sich in N-S-Richtung die bereits von Gottsche erwähnte, ca. 6 km lange Hauberg-Moräne, die etwa 4 km NO von Rotenkrug endigt. Ein dritter Endmoränenzug, durch Massigkeit und äußerst kuppige Ausbildung ausgezeichnet, erstreckt sich vom Potthoi, südlich der Wittstedter Seen, in südöstlicher Richtung bis in die Gegend des Knivsberges, von wo ein neuer, nach S gerichteter Bogen einsetzt, der sich, durch mehrere hintereinander liegende Stafteln gebildet, mit kleineren Unterbrechungen nach dem Orte Bodum hin erstreckt.