Original paper

Über diluviale Verwerfungen im Rheintalgraben Bemerkung zu einem Aufsatz des Herrn W. Kranz.

van Werveke, L.

Kurzfassung

Im 5. Abschnitt des in dieser Zeitschr. veröffentlichten Aufsatzes: ,Hebung oder Senkung beim Rheinischen Schiefergebirge?" nimmt Herr W. Kranz mehrfach auf elsässische Verhältnisse Bezug und macht auf die Stellung aufmerksam, welche die Direktion der Geologischen Landesanstalt von Elsaß-Lothringen in der Frage des Vorkommens diluvialer Störungen ihm gegenüber eingenommen hat. ,Als ich", sagt Herr Kranz, ,auf Grund eingehender Aufnahmen am Strangenberg diluviale Verwerfungen vermutete, ohne Kenntnis der Tragweite solcher Beobachtungen, riet die Direktion der geologischen Landesuntersuchung zur Vorsicht." Diese Angabe bedarf einer Ergänzung. Einen Auszug aus dem Schreiben der Direktion hat Herr Kranz schon früher mitgeteilt. Es heißt darin: ,Wenn auch gar nicht daran gezweifelt werden kann, daß nach dem Rheintal hin vorgeschobene Schollen gegenüber den näher am Gebirgsland liegenden nochmals herausgehoben sein können, die Möglichkeit, daß der Hügel der Isenburg einen Rücken darstellt, also grundsätzlich nicht von der Hand gewiesen werden kann, so greift seine Umgrenzung durch Verwerfungen den Beobachtungen doch allzu sehr vor. Das Diluvium scheint hier überall gegen das Tertiär verworfen zu sein. Auch im Text werden, wenn auch für andere Stellen, Verwerfungen zwischen Konglomerat und Diluvium angenommen; obgleich diluviale Störungen sicher vorkommen, so ist doch bei der Annahme von solchen, solange sie nicht unmittelbar zu beobachten sind, Vorsicht geboten." Die Direktion, die sich damals und auch schon weit früher der Bedeutung diluvialer Verwerfungen bewußt war, hat also nicht grundsätzlich, wie aus der Angabe des Herrn Kranz zu schließen ist, gegen die Annahme diluvialer Verwerfungen zur Vorsicht gemahnt, sondern hat den wohlgemeinten Rat erteilt, in der Annahme von vermuteten diluvialen Verwerfungen nicht zu weit zu gehen.