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Über das Turon bei Ludwigshöhe in der Uckermark.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

In seiner Erläuterung zum Blatt Wallmow bemerkt H. Schröder über die daselbst auf engbegrenzten Flächen am Tage erscheinenden Kreideschichten, daß sie ,an zahlreichen Punkten hervortreten, die an sich isoliert erscheinen, aber bei genauerer Betrachtung zu einem Zuge ... angeordnet sind. Zur Bestimmung ihres Alters genügt die Beobachtung, daß in dem Bruch bei Ludwigshöhe die Feuersteinzonen nicht aus unregelmäßig begrenzten Knollen bestehen, sondern als zusammenhängende plattige Lagen auftreten, und daß dergleichen plattige Feuersteine an fast allen Kreidepunkten vorhanden sind. Die Kreide des Blattes Wallmow ist hiernach nicht als Senon, sondern als Turon zu betrachten ... An einem Punkte bei Ludwigshöhe wird dieselbe zur Zement- und Schlemmkreidefabrikation abgebaut." Die Grube lag in der Nähe des Gehöftes. Später hat Herr Rittergutsbesitzer Trapp sie aufgelassen und einen tiefen Aufschluß nördlich der Bahnlinie Angermünde-Löcknitz nahe dem Sandsee eröffnet, der dieselben Kreideschichten erschließt. Hier wurde eine kleine Anzahl von Versteinerungen gefunden, welche Herr Trapp die Liebenswürdigkeit hatte, in höchst dankenswerter Weise dem Geologischen Landesmuseum zu überlassen. Es sind dies: Serpula ampullacea SOW. Holaster planus Mant. Echinocorys Gravesi Desor. Micraster Leskei Desm. (= M. Borchardi v. Hag, M. breviporus Behrens) Ostrea hippopodium Nilss. Spondylus spinosus SOW. , striatus SOW. Inoceramus Brongniarti Mant. Demnach kommen hier zum Teil dieselben Arten wie im Turon bei Kalkofen und Lebbin vor.