Original paper

Die geologischen Verhältnisse des Kaokofeldes.

Kuntz, J.

Kurzfassung

Einleitung: Unsere Kolonien sind im allgemeinen in geologischer Beziehung noch recht wenig bekannt, am meisten noch Deutsch-Südwestafrika, und in dieser Kolonie hauptsächlich der südliche Teil. Im Norden ist nur die Mitte, die Gegend von Grootfontein, Otavi, Outjo, Omaruru und Erongo näher bekannt geworden, während der flache Osten mit seiner Bedeckung durch jüngere Steppenbildungen geringeres Interesse bietet. Die Nordwestecke aber der Kolonie mit ihren wild zerklüfteten felsigen Gebirgen bildet ein sehr günstiges Feld für den forschenden Geologen, und es war mir daher eine interessante Aufgabe, als ich Anfang 1910 von der Kaoko-Land- und Minen-Gesellschaft den Auftrag erhielt, dieses Gebiet in einer größeren Expedition bergmännisch und geologisch zu erkunden. Das Gebiet, in welchem die Kaoko-Gesellschaft Land- und Minenrechte ausübt, ist ungefähr 100 000 qkm groß und wird begrenzt im Norden vom Kunene, im Westen vom Atlantischen Ozean, im Süden vom Ugab und im Osten vom 15° östlicher Länge von Greenwich. Die Nordostecke wird durch eine von der Swartboidrift in südöstlicher Richtung verlaufende Linie abgeschnitten. Wenn auch bei dem Mangel an Humus und Bodenkultur in jenen ariden Regionen, bei der felsigen Beschaffenheit des Geländes und bei der klaren, durchsichtigen Hochlandluft die geologischen Formationen meist schon aus weiter Ferne erkannt werden können, eine geologische Kartierung hier also leichter ist als in Europa, so ist eine gründliche Durchsuchung eines so großen Gebietes innerhalb 2 Jahren naturgemäß unmöglich. Die angefertigte Karte gibt daher nur ein allgemeines Bild über die Verteilung der einzelnen Formationen und soll eine Art Unterlage für weitere Forschungen und eine Hilfe für Prospektoren bilden.