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Neue Glimmerlagerstätten in Deutsch-Ostafrika.

Range, Paul

Kurzfassung

Seit längerer Zeit wird Glimmer in den Ulugurubergen östlich Daressalaam bergmännisch ausgebeutet. Im vergangenen Jahre ist nun auch in West-Usambara erfolgreich auf Glimmer geschürft. Ich hatte Gelegenheit, bei einem mehrwöchentlichen Besuch in Deutsch-Ostafrika einen Teil dieser Glimmer-Vorkommen zu besichtigen. Es konnten natürlich nur einige der weit auseinanderliegenden Lagerstätten eingehender untersucht werden, da im ganzen 5 Tage zur Verfügung standen; doch scheint das Vorkommen im allgemeinen überall gleichartig zu sein. Das Bergbaufeld ,Neu-Höffinghoff", für das zur Zeit meiner Anwesenheit bereits Abbaurechte verliehen waren, liegt am Südhange der Berge von West-Usambara an der älteren Straße nach Wilhelmstal, etwa 6 km nördlich Mombo am Abhänge des 1450 m hohen Masagembaberges. Das Wohnhaus befindet sich in 770 m Meereshöhe. Zur allgemeinen Orientierung der Lage der neuen Vorkommen bitte ich, die nebenstehende Skizze einzusehen. Am Wege von Mombo zum Bergwerk ist mehrfach Gneis aufgeschlossen, dessenGeneralstreichen etwa Nord-Süd bei westlichem Einfallen ist. In der näheren Umgebung der Glimmervorkommen steht dagegen kugelig abgesonderter Granit an. Der Granit bildet einen Lakkolithen, der wahrscheinlich die Aufwölbung der Gneisschichten West-Usambaras verursacht hat. Er wird von einer Anzahl von Pegmatitgängen durchsetzt. Dieselben streichen observiert N 25 W bis N 40 W bei meist schwachem Einfallen nach West oder seigerer Stellung. Die Mächtigkeit der Gänge schwankt zwischen 10 cm und 6 m im Maximum; die meisten wurden mit 1,2 bis 1,5 m Mächtigkeit aufgefahren. Sie lassen sich 200 bis 400 m weit verfolgen. Auch die einzelnen Gänge weisen natürlich Schwankungen in der Mächtigkeit auf; sie haben Apophysen, keilen aus, scharen sich und besitzen vor allem linsenartige Erweiterungen, in denen meist reiche Glimmernester stecken.