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Über einige Prioritätsfragen in der Stratigraphie des Lenneschiefers.

Fuchs, Alexander

Kurzfassung

In einer Entgegnung auf meinen Teil der Abhandlung ,Zur Lenneschieferfrage" unterstellt mir Herr Winterfeld die Übernahme fremden geistigen Eigentums ohne Quellenangabe und bemüht sich, seine eigenen vermeintlichen Prioritätsrechte mir gegenüber zur Geltung zu bringen. Dabei begegnet ihm das Mißgeschick, daß wichtige Forschungsergebnisse, deren unberechtigte Inanspruchnahme er mir S. 363 und 364 vorwirft, und die er für sich selbst in Anspruch nimmt, in Wirklichkeit längst bekannte Dinge sind, nämlich die Entdeckung des Remscheid-Altenaer und des Ebbesattels (S. 363), ferner die Parallelisierung der ,Wipperfürther Tonschieferschichten mit Felsokeratophyrdecken" mit den ,bei Remscheid bekannten" (S. 364). Im Anschluß hieran bezieht Winterfeld sich noch auf angebliche Mitteilungen, die er meinem Freunde, Herrn J. Spriestersbach, bereits vor mindestens 12 Jahren über die Verbreitung der Konglomerate im Remscheider Sattel machte, scheint also anzunehmen, daß ich diese indirekt benutzte. Nun ist es aber in hohem Grade unwahrscheinlich, daß Herr Winterfeld damals schon eine richtige Vorstellung von den Einzelheiten der stratigraphischen Gliederung und noch weniger von dem Schichtenaufbau der Lenneschiefer hatte; wenigstens geht das nicht aus seiner ersten größeren Arbeit vom Jahre 1898 hervor, in der er, um nur ein Beispiel herauszugreifen, den Lindlarer Sandstein mit Newberria ins Liegende der Cultrijugatuszone versetzte und das ,erzführende" Lüderichgestein gar für triadisch erklärte. Die Verbreitung der Remscheider Konglomerate aber, vom Rhein bis in die Gegend von Remscheid und Lennep, bereits im Jahre 1884 nachgewiesen zu haben, ist doch wohl das Verdienst H. von Dechens und nicht des Herrn Winterfeld. Ebensowenig sind die bedeutenden Antiklinalen des Ebbegebirges, der Ebbesattel, und des nördlichen Sauerlandes bzw. Bergischen Landes, der Remscheid-Altenaer Sattel, eine Entdeckung des letztgenannten.