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Vorläufiger Bericht über eine Begehung der Eisenbahnstrecke Oberbrügge-Marienheide-Wipperfürth.

Author, Anonymous

Kurzfassung

Bei der Begehung der Eisenbahnstrecke Oberbrügge-Wipperfürth, die ich auf Wunsch des Landesgeologen Herrn Dr. Denckmann Tom 19.-21. September 1906 ausgeführt habe, ergab sich das Vorhandensein wichtiger Aufschlüsse, die meine Beobachtungen im nördlichen Sauerlande in erfreulicher Weise ergänzen. Die wesentlichen Resultate sind: 1. Die Auffindung sicheren unteren Mitteldevons mit Strophomena lepis, Str. Naranjoana, Spirifer speciosus, Spirifer curvatus, Rhynchonella Orbignyana usw. am Tunneleingang südlich Meinerzhagen. 2. Die Auffindung echter Remscheider Schichten mit Ctenodonta obsoleta, Carydium callidens, Montanaria n. g., Beyrichia montana und B. embryoniformis in breitem Zuge zwischen Wipperfürth und Windberg bei Klüppelberg sowie zwischen Meinerzhagen und Vorth. Sodann ist Remscheider Gestein zwischen Meinerzhagen und Marienheide zweimal sicher beobachtet. Lenneporphyre und Porphyroide Bilsteiner Facies treten im genannten Gebiete mehrfach als Einlagerungen in den Remscheider Schichten auf. Eine von mir schon länger gehegte Vermutung, daß die Remscheider Schichten das tiefste bisher bekannte Gebirgsglied im nördlichen Sauerlande sind, hat durch den Nachweis der weiten Verbreitung Remscheider Schichten - bis ins Ebbegebirge - eine starke Stütze erhalten. Im Breckerfelder Hauptsattel (Blatt Lüdenscheid) sind die Hohenhöfer Schichten Denckmanns das unterste Niveau, und das absolute Fehlen echter Remscheider Schichten in diesem Gebiete erklärt sich nun ungezwungen daraus, daß sie hier eben im Sattelkern nicht mehr zutage kommen. Die im Hangenden der Hohenhöfer Schichten liegenden Hobräcker Schichten Denckmanns gehören also, obwohl den Remscheidern petrographisch recht ähnlich, doch einem höheren Niveau an.