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Inoceramus Lamarcki auct. und Inoceramus Cuvieri auct.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Von den Inoceramen der Kreideformation bat wohl keine Art eine so vielfache Deutung erfahren wie Inoceramus Lamarcki. Von Parkinson 1819 beschrieben, wurde von späteren Autoren eine Anzahl verschiedener Formen auf sie bezogen. In seiner Monographie der deutschen Vertreter der Gattung Inoceramus äußerte sich Schlüter hierzu mit folgenden Worten: ,"Was D'orbigny Inoceramus Lamarcki nennt, gehört auf keinen Fall zu unserer Art (Inoceramus Brongniarti, Anmerk. d. Verf.), ebensowenig die Muschel aus der Gosau, welche Zekeli und Zittel unter diesem Namen bezeichnen, desgleichen was Geinitz unter dieser Benennung aus der Mukronatenkreide von Nagorzany bei Lemberg in Galizien aufführt." Nach Schlüter, der sich anfangs v. Strombecks Deutung des Inoceramus Lamarcki bei D'orbigny als Inoceramus Cuvieri anschloß, stellen D'orbignys Fig. 1 u. 2 wahrscheinlich die kleine Klappe von Inoceramus involutus dar und ist die Fig. 3 wiedergegebene, falls sie zu demselben Individuum gehört, unkorrekt gezeichnet. Geinitz brachte diese Exemplare in nahe Verwandtschaft mit Inoceramus Crippsi Mant. (= Inoceramus balticus J. Böhm), Simionescu identifizierte das französische Vorkommen mit seinem Inoceramus Kiliani, und Woods zog D'orbignys Abbildungen in die Synonymie von Inoceramus involutus SOW. Für Zittels Inoceramus Lamarcki brachte Petrascheck den Namen Inoceramus Felixi in Vorschlag und bemerkte zu dem von Geinitz von Nagorzany erwähnten Vorkommen, daß es ,in seinem Habitus an Inoceramus deformis Meek erinnert". Ferner legte Schlüter die von Goldfuss als Inoceramus Lamarcki abgebildete Form als Typ einer neuen Art: Inoceramus virgatus zugrunde, zog Woods die von Dixon wiedergegebene rechte Klappe eines Inoceramus Lamarcki zu seinem Inoceramus inconstans, vereinigte Petrascheck das von Geinitz beschriebene Exemplar vom Königstein mit seinem Inoceramus saxonicus, und vermutete Andert in der von Geinitz als Inoceramus Lamarcki von Tannenberg aufgeführten Art seinen Inoceramus Weisei.